Traumgirl

Interview mit Beyoncé Knowles zu Dreamgirls

Sound und Style der Sixties. Nach der endgültigen Trennung von Destiny’s Child zieht Beyoncé Knowles mit der Hauptrolle im Musical Dreamgirls zum ersten großen Fischzug im Oscarwasser aus. Interview von Peter Krobath.

SKIP:Bill Condon, der Regisseur von Dreamgirls sagte, dass er nach deinem ersten Vorsprechen nicht sicher wahr, ob du dich diesem Film auch wirklich hundertprozentig ausliefern würdest.

Beyoncé Knowles: Na, da hat er sich aber getäuscht. Ich wusste, dass das meine Rolle ist, schließlich kannte ich das Projekt schon seit Jahren. Ich wollte diesen Part unbedingt, vor allem weil ich mir sicher war, dass ich ihm gewachsen war. Endlich darf ich auch im Kino zeigen, was ich drauf habe.

SKIP: Du stehst im Mittelpunkt eines aufwändigen Hollywood-Musicals. Ist das nicht ein unglaublicher Druck?

Beyoncé Knowles: Natürlich stehst du unter Stress. Aber trotzdem bin ich jeden Tag begeistert ins Studio gefahren. Mir kam das gar nicht wie Arbeit vor. Es war pures Vergnügen. So als ob ich dieser ganze riesige Film nur für mich selbst gemacht wird. Ich musste ja nicht Schauspielerin werden, weil ich dringend einen Job brauchte. Meine Karriere wäre auch ohne Hollywood total cool. Dreamgirls habe ich aus purer Begeisterung gemacht. Und weil ich Herausforderungen liebe. Ich langweile mich schnell. Aber dieser bunte Mix aus Singen, Tanzen, Schauspielen, Style und Fashion passt perfekt. Lauter Dinge die ich mag.

SKIP: Unterscheidet sich die Film-Beyoncé von der Musik-Beyoncé?

Beyoncé Knowles: In Dreamgirls spiele ich eine Sängerin, die es an die absolute Spitze des Showbiz schafft. Klingt ähnlich wie meine eigene Karriere, zugegeben, aber ich tanze anders, ich singe anders, ich trage andere Kleider. Diese Figur ist an Diana Ross und den Supremes angelegt. Da kommt genau der Sixties-Sound und Style zum Tragen, den ich von ganzem Herzen liebe. So war die Rolle einerseits perfekt für mich, andererseits musste ich aber auch wirklich schauspielen, um sie zu erfüllen. Wer glaubt, in Dreamgirls die echte Beyoncé zu sehen, hat keine Ahnung.

SKIP: War dein Entschluss, neben der Musik auch noch eine Karriere als Schauspielerin zu starten, der Grund für die Trennung von Destiny´s Child?

Beyoncé Knowles: Absolut nicht. Mich gab es schon in Filmen, als Destiny´s Child noch gemeinsam auf der Bühne standen. Wir waren an einem Punkt angelangt, wo jede von uns einen eigenen Weg gehen wollte, deshalb die Trennung. Mit neun Jahren hast du andere Pläne als mit 25. Menschen entwickeln sich weiter. Das ist eben so. Außerdem fanden wir es besser, aufzuhören solange wir an der Spitze stehen und nicht erst dann, wenn uns ohnehin keiner mehr hören will. Wir haben uns nicht aus Hass, sondern aus Liebe getrennt. Weil wir respektieren, dass neue Wege warten.

SKIP: Du stehst seit deiner Kindheit im Rampenlicht. Wie schafft man das, ohne verrückt zu werden?

Beyoncé Knowles: Du brauchst eine Familie, die dir Sicherheit gibt. Meine Eltern sind super, da hatte ich richtig Glück. Du musst wissen, wer du bist. Und du musst wissen, wie du nie werden willst. Aber ich hatte damit nie Probleme. Mir machen immer noch dieselben Dinge Spaß wie früher. Spaziergänge am Strand. Kuscheln vorm Fernseher. Fastfood. So erholt sich Beyoncé vom Showbiz-Stress.

Interview: Mai 2006

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