Indiana Junior

Interview mit Shia LaBeouf zu Transformers

Er ist kein strahlender Posterboy und wurde nur deshalb Schauspieler, weil er sich endlich auch mal coole Schuhe leisten können wollte. Doch Hollywood entdeckte Shia LaBeouf als neue Wunderwaffe: Jetzt nimmt er es mit den Transformers auf, nächstes Jahr gar mit Harrison Ford in Indiana Jones 4.

Shia LaBoeuf (ausgesprochen etwa "Sheia Laböf") wurde am 11. Juni 1986 in L.A. geboren, mit 12 landete er seine erste Rolle, mit 13 hatte er eine eigene Kinder-TV-Serie. Transformers ist seine erste Hauptrolle, im Moment dreht er mit Harrison Ford Indiana Jones 4.

SKIP: Shia, in Transformers gibt´s nicht nur Action, sondern auch jede Menge komische Szenen. Stimmt es, dass viele davon improvisiert waren? Das ist sehr ungewöhnlich bei einem Film dieser Größenordnung, wo normalerweise nichts dem Zufall überlassen wird ...

Shia LaBeouf: Ja, wir haben einige Szenen fast ohne Drehbuch gemacht, und die sind wirklich alle sehr lustig. Regisseur Michael Bay ist ein so abgebrühter Profi, dass er ganz genau weiß, wann er Dinge einfach laufen lassen kann. Er hat alle diese unglaublichen Sachen schon so oft gesehen, dass ihn nichts mehr vom Hocker reißt. Rings um ihn flog halb L.A. durch die Luft und er bestellte sein Essen. "Catering, ich hätte gern Chicken Wings. Und hey, ihr da drüben, könnt ihr jetzt die große Explosion starten?"

SKIP: Wie hast du dich auf deine Rolle als Retter der Welt vorbereitet?

Shia LaBeouf: Na ja … was soll ich sagen, Transformers war ja nicht Der Elefantenmensch (lacht). Allerdings hat uns Regisseur Michael Bay förmlich gezwungen, unsere Figuren so realistisch wie möglich zu spielen. Er wollte die echten Gefühle sehen – und da vor allem Angst und Panik (lacht). Es muss schwierig sein, vor dem Greenscreen jemanden zu spielen, der an der Fassade eines Gebäudes hängt. Michael arbeitet nicht mit dem Greenscreen. Er hängt seine Schauspieler an echte Fassaden von echten Gebäuden. Vor dem Dreh hat er zu mir gesagt: "Rechne damit, dass du irgendwelche Verletzungen davonträgst."

SKIP: Und? Hast du dir wirklich wehgetan?

Shia LaBeouf: Ja, ich habe eine schöne Narbe am Oberkörper. Die Action-Szenen waren choreographiert wie ein Ballett, es war ganz genau aufgezeichnet, was wann wo in die Luft geht. Und ich habe einfach nicht gut genug aufgepasst, wo ich hinsteige, und bin einem herumfliegenden Metallding in die Quere gekommen.

SKIP: Shia, wie bist du eigentlich zur Schauspielerei gekommen?

Shia LaBeouf: Meine Eltern hatten hatten nie viel Geld. Und einer meiner Schulkollegen kam immer mit den coolsten Sachen an. Er hatte das teuerste Surfboard, war der erste mit einem Gameboy. Das war deshalb, weil er in dieser TV-Serie Dr. Quinn – Ärztin aus Leidenschaft eine fixe Rolle hatte. Und so dachte ich, das mache ich auch. Die Entscheidung, Schauspieler zu werden, fiel also nur aus reinem Materialismus (lacht) – aber mit acht, neun Jahren denkt man nun mal sehr praktisch. Ich wollte endlich auch mal mit coolen Schuhen in die Schule kommen.

SKIP: Mittlerweile giltst du aber als einer der begabtesten Jungschauspieler Hollywoods, du wirst mit dem jungen Dustin Hoffmann oder Michael J. Fox verglichen. Es geht dir wohl jetzt nicht mehr nur um die coolen Schuhe, oder?

Shia LaBeouf: (lacht) Eigentlich war es Jon Voight, der mich dazu gebracht hat, die Schauspielerei nicht nur als Job zu sehen, als ich mit ihm vor vier Jahren Das Geheimnis von Green Lake drehte. Er lehrte mich, dass Schauspieler zaubern können müssen, dass sie die Realität in etwas anderes verwandeln. Und er ließ mich Filme anschauen wie Die Saat der Gewalt mit Sidney Poitier und Glenn Ford, sowas hätte ich mir früher nie angeschaut.

SKIP: Was hast du dir denn angeschaut?

Shia LaBeouf: Ach, alles mögliche, aber es waren wenig Schwarzweißfilme darunter (lacht). Ich liebe Filme. Meine Lieblinsbeschäftigung als Kind war, zuhause rumsitzen und Filme anzuschauen, den ganzen Tag. Und es ist sehr seltsam, wenn man plötzlich mitten drinsteckt. Ich träume in der Nacht nicht von magischen Einhörnern, ich stehe am Tag mit ihnen am Set. Ich meine, ich arbeite gerade mit Indiana Jones, und das ist mein Alltag! Es ist verrückt, wenn Träume plötzlich Wirklichkeit werden.

SKIP: Wovon träumst du dann in der Nacht?

Shia LaBeouf: Ach, von ganz banalen Dingen. Zum Bäcker gehen, Milch holen oder Bus fahren (lacht).

SKIP: Apropos Indiana Jones 4 – was kannst du uns denn schon darüber erzählen?

Shia LaBeouf: Nicht viel (lacht). Ich darf nicht. Wenn dir Steven Spielberg in die Augen schaut, und sagt "Ich zähle auf dich, Kid", dann weißt du, was du zu tun hast (lacht) ... jedenfalls spiele ich Indiana Jones’ Junior. Wir drehen seit wenigen Wochen, und es ist einfach großartig. Gemeinsam mit der heiligen Hollywood-Dreifaltigkeit George Lucas, Steven Spielberg und Harrison Ford am Set zu stehen, ist ... unpackbar. Das einzige Problem ist, dass ich echt keine Ahnung habe, wie ich das noch toppen soll! (lacht)

Interview: Juni 2007

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