Herzflimmern

Interview mit Katherine Heigl zu Beim ersten Mal

Vorsicht, Bluthochdruck-Gefahr: Katherine Heigl, die schöne Blonde aus der zur Zeit wohl beliebtesten Ärzte-Serie Grey’s Anatomy spielt in Beim ersten Mal ihre erste Kino-Hauptrolle – und outet sich im Interview mit Elisabeth Sereda als mindestens ebenso klug wie blond. Eine riskante Kombination.

SKIP: In Beim ersten Mal bringt Sie das Schicksal mit einem nicht gerade superattraktiven Exemplar der Spezies Mann zusammen. Könnten Sie sich vorstellen, im wirklichen Leben auch mal bei so einem Kerl zu landen?

Katherine Heigl: Meine Filmfigur Allison ist ein junges Mädchen, einiges jünger als ich. Und wie alle jungen Mädchen denkt sie natürlich, dass man jeden Mann ändern kann. Sie glaubt, sie kann ihm helfen, erwachsen zu werden. Andererseits hilft er ihr mit seiner jungenhaften Art, lockerer zu werden. Sie sieht also eine Art Balance in ihrer Beziehung … das ist natürlich naiv. Aber ich glaube nicht, dass es so eine ganz und gar unmögliche Idee ist, dass die beiden eine gute Beziehung führen können.

SKIP: Und Sie? Könnten Sie mit so einem Mann glücklich werden?

Katherine Heigl: (lacht) Nein, ich bin zu alt für den Versuch, irgendjemanden ­ändern zu wollen. Ich glaube ganz fest daran, dass man Gemeinsamkeiten haben muss. Ähnliche Ziele und Wertvor­stellungen, und man muss sich über wesentliche Dinge einig sein – oder zumindest fähig sein, Kompromisse zu machen. Darüber, wie man Kinder erziehen will, etwa. Und was man tun muss, um eine Beziehung am Leben zu erhalten. Im Film sagt jemand, dass Paare, die zusammenbleiben, Paare sind, die gelernt haben, richtig gut zu streiten. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt im erfolgreichen Zusammenleben: Du musst lernen, deine Meinung rüberzubringen ohne dass beide völlig hysterisch werden. Beziehungen sind ohnehin hart, und wenn man es sich dazu noch unnötig schwer macht, dann ist das die ganze Arbeit nicht wert.

SKIP: Im Film gibt es eine sehr romantische Szene, in der Ben Allison sozusagen einen Gutschein für einen Verlobungsring überreicht, weil er sich keinen richtigen Ring leisten kann. Sie selber sind auch seit kurzem verlobt …

Katherine Heigl: Ja, und ich habe einen richtigen Ring gekriegt (lacht). Unsere Verlobung war aber auch sehr romantisch. Am besten hat mir gefallen, dass mein Liebster (der Musiker Josh Kelley, 27, Anm.) sichtlich total nervös war – obwohl er doch gewusst hat, dass ich ja sagen werde (lacht). Wir haben ja monatelang über die Verlobung gesprochen, und ich habe sogar den Ring selbst ausgesucht. Aber dass er dann trotzdem nervös war, weil er Angst hatte, ich würde im letzten Moment doch noch nein sagen, war sehr süß.

SKIP: Warum haben Sie den Ring ausgesucht? Wollten Sie sich nicht überraschen lassen?

Katherine Heigl: Nein. Dafür mag ich Schmuck viel zu sehr! (lacht) Ich wollte nichts bekommen, wo ich dann mit zusammengebissenen Zähnen sagen müsste: "Oh, das ist nett. Danke." Und dann hoffen, dass er mir in fünf Jahren vielleicht etwas schenkt, was mir wirklich gefällt! Josh hat mir in einer Zeitschrift einen Ring gezeigt, und der hat mir so gar nicht gefallen, also dachte ich, ich übernehme hier lieber die Kontrolle. Ja, das ist leider nicht sehr romantisch! (lacht)

SKIP: Anders als viele TV-Seriendarsteller haben Sie – das sieht man in diesem Film ganz deutlich – wirklich das Zeug zum Filmstar. Werden Sie Grey’s Anatomy untreu?

Katherine Heigl: Das habe ich nicht vor, nein. Erstens bin ich immer noch gern dabei, es ist eine wundervolle Erfahrung für mich. Und zweitens bin ich unendlich dankbar dafür, was diese Serie mir in Bezug auf meine Karriere und mein Leben gegeben hat. So wie’s jetzt läuft, ist es optimal für mich: Ich habe neun Monate im Jahr einen fixen Job, und dann drei Monate, um einen Film zu machen. Natürlich frage ich mich, wie lange ich das aushalte – nonstop Arbeit – und wann ich wohl endlich mal eine Woche Ferien machen kann. Aber man muss die Chancen nutzen, ­wenn sie kommen. Wie jetzt die Hauptrolle in Beim ersten Mal…

SKIP: Komödie gilt nicht unbedingt als das leichteste aller Genres. Hatten Sie bereits Erfahrung damit?

Katherine Heigl: Nein, gar nicht, und ich hatte Todesangst. Die ersten paar Wochen des Drehs habe ich nur Grimassen geschnitten. Ich fühlte mich gar nicht in meinem Element. Da ins kalte Wasser zu springen und versuchen, witzig zu sein, war nicht meine Sache. Aber Regisseur Judd Apatow und mein Filmpartner Seth Rogen haben mir die Angst schnell ausgetrieben, und mir gezeigt, wie man komisch improvisiert. Es war danach richtig schwer, zu Grey’s Anatomy zurückzukehren, weil man da alles genau so ­sagen muss, wie’s geschrieben ist. Beim ersten Mal hat mich sicher zu einer besseren Schauspielerin gemacht – es war fast wie ein Comedy-Lehrgang (lacht).

Interview: Mai 2007

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