Girls Don't Cry

Interview mit Hilary Swank zu P.S. Ich liebe Dich

Million Dollar Lady. Hilary Swank ist erst 33 und hat schon 2 Oscars in der Tasche. Trotzdem war ihre allererste Liebeskomödie die ­bisher größte Herausforderung ihrer Karriere – schauspielerisch und körperlich. Warum am Set von P.S. Ich liebe dich gar Blut floss, erzählte sie Gini Brenner im Exklusiv-Interview.

Liebe, Tod und 1000 Witze. In P.S. Ich liebe dich schafft es Hilary, eine trauernde Witwe so hinreißend zu spielen, dass man nicht weiß, ob man zuerst lachen oder weinen soll. 

SKIP: Hilary, Sie haben Ihr enormes Schauspieltalent schon ­in so vielen Genres unter Beweis gestellt: Psychodramen, Killer-Thriller, Mystery-Schocker, Literaturverfilmungen … nur ­eine Liebeskomödie war bisher noch nie dabei.

Hilary Swank: Stimmt – aber ich könnte nicht mal sagen, dass das ­eine absichtliche Entscheidung gewesen wäre. Es hat sich einfach ­vorher nie ergeben.

SKIP: Ich kann mir schwer vorstellen, dass man Ihnen noch nie zuvor eine Rolle in einem lustigen Liebesfilm angeboten hat …

Hilary Swank: Jedenfalls noch nie in einem, den ich wirklich machen wollte (lacht).

SKIP: Was war es denn an P.S. Ich liebe dich, dass Sie unterschreiben ließ?

Hilary Swank: Nun, erstmal natürlich der Regisseur. Mit Richard LaGravenese habe ich schon Freedom Writers gemacht, daher weiß ich, dass ich mit ihm wunderbar zu­sammenarbeiten kann. Aber am besten hat mir die Geschichte gefallen, und die Art, wie sie erzählt wird. Einen geliebten ­Menschen zu verlieren, ist das Schlimmste, was einem überhaupt passieren kann – und aus diesem Thema eine wirklich locker witzige, aber nie platte Komödie zu machen, ­dazu gehört schon enormes schreiberisches Talent.

SKIP: Und außerdem hatten Sie nicht nur einen wirklich attraktiven Filmpartner, sondern gleich drei!

Hilary Swank: Ja, das war natürlich der Hauptgrund, warum ich sofort zugesagt habe (lacht). Nein, im Ernst, die Männer waren wirklich wundervoll. Harry Connick Jr. ist ein unglaublicher Komiker, wir haben nur gelacht mit ihm die ganze Zeit. Jeffrey Dean Morgan ist nicht nur superfesch, sondern auch ein echter Schatz, und Gerard Butler ist sowieso nicht nur einer der bestaussehenden, sondern auch einer der charmantesten und höflichsten Männer, die ich kenne.

SKIP: Auch wenn er Ihnen am Set heftige Schmerzen bereitet hat.

Hilary Swank: Ja, das war ein echt böses Attentat (lacht), allerdings total unabsichtlich. Es gibt im Film ja diese eine Szene, in der Gerard als mein Ehemann vor mir einen total lustigen Striptease hinlegt. Und als Gerard da so „lasziv“ seine Hosenträger abnimmt, löst sich eine der Schnallen und schnalzt quer duch den Raum – genau mir ins Gesicht! Eine der Ecken ist in meiner Stirn steckengeblieben, es ist ordentlich viel Blut geflossen, und ich musste sogar genäht werden. Ich finde das ja echt witzig: Ich habe einen ganzen Boxerfilm ohne eine einzige Gesichtsverletzung hingekriegt, aber in meiner ersten Liebeskomödie kriege ich gleich einen Cut verpasst.

SKIP: Gerard hatte hoffentlich ein richtig schlechtes Gewissen?

Hilary Swank: Oh ja, total (kichert). Er hörte gar nicht auf, sich zu entschul­digen, und schickte mir wochenlang Geschenke: Blumen, Pralinen – ein wundervoller Typ!

SKIP: Man hat Sie zuvor noch nicht oft auf der Leinwand Witze machen sehen – dabei haben Sie bemerkenswert viel komisches Talent, wie man nun sieht. Wie ging’s Ihnen mit der Comedy?

Hilary Swank: Ich habe das sehr genossen – mit Comedy, auf der Bühne und im Fernsehen, hat ja meine Karriere eigentlich begonnen. Allerdings war das auch eine wirklich große Herausforderung. Man sagt nicht umsonst dass nichts so schwierig zu spielen ist wie gute Comedy. Das stimmt total – auch wenn das immer unterschätzt wird, weil’s halt nur gut rüberkommt, wenn’s mühelos aussieht.

SKIP: In P.S. Ich liebe dich durften Sie endlich mal in einem Film schöne Designerkleider tragen …

Hilary Swank: (lacht) Na wenigstens fragen Sie mich nicht wie dieser andere Journalist unlängst: „Wie hat es sich angefühlt, endlich mal hübsch zu sein?“ Da war ich schon etwas beleidigt (grinst). Ich meine, was will er mir damit sagen? Dass ich sonst immer total hässlich ausgesehen habe? Und warum werden Männer eigentlich nie gefragt: „Wie war es eigentlich, endlich mal den Attraktiven zu spielen?“

SKIP: Apropos Frau-Mann-Klischees: Ihre Filmfigur hat einen kräftigen Schuhtick, und beginnt schließlich auch damit, selber Schuhe zu designen. Können Sie das nachvoll­ziehen?

Hilary Swank: Erwischt (lacht) – ja, absolut. Ich liebe Schuhe. Total. Ich habe unglaublich viele davon, ich kann gar nicht genau sagen, wie viele. Highheels, Ballerinas, Sandaletten, Stiefel – ich liebe sie alle.

SKIP: Wie gehen Sie dann mit dem wohl größten Problem der modernen Frau um – wie bewahren Sie ihre Schuhe auf?

Hilary Swank: Ich habe ein eigenes System entwickelt. Jedes Paar steckt in einer eigenen, genau beschrifteten Schachtel, und die sind dann nach einer speziellen Methode in meinem riesigen Schuhschrank angeordnet. Nur leider ist der mittlerweile brechend voll. Also habe ich mir selber eine Einschränkung auferlegt: Ich darf nur dann ein neues Paar erstehen, wenn dafür ein anderes in die Altkleidersammlung kommt.

SKIP: Und? Halten Sie das auch ein?

Hilary Swank: Bis jetzt schon. Aber es ist wirklich nicht einfach (lacht).

Interview: Gini Brenner / November 2007

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