Affenzahn

Interview mit Christina Ricci zu Speed Racer

In der Highspeed-Extravaganza Speed Racer nimmt es Christina Ricci als fleischgewordenes Anime-Girl mit den schnellsten CGIs der Kinogeschichte auf. Die größte Herausforderung am Set war aber nicht der virtuelle Geschwindigkeitsrausch, sondern ein quicklebendiger, kleiner Affe.

SKIP: Christina Ricci in einer knallbunten Cartoon-Verfilmung scheint auf den ersten Blick ungewohnt …

Christina Ricci: Naja, das Lustige ist, dass mir eigentlich während meiner ganzen Karriere immer wieder Leute gesagt haben, ich sähe aus wie eine Fleisch gewordene Anime-Figur mit meinen Riesenaugen und dem schmalen Kinn, und überhaupt erinnere ich sie total an die Trixie in Speed Racer – die Zeichentrickserie läuft ja bei uns überall im TV, jeder hat das als Kind gesehen. Für die Filmemacher war ich aber anscheinend nicht ganz die erste Wahl, ich wurde erst ziemlich spät zum Vorsprechen geladen – dann allerdings sofort fix gecastet (grinst).

SKIP: Und jetzt gibt es sogar schon eine Christina-Ricci-Barbiepuppe zu Speed Racer

Christina Ricci: Ja, irre, nicht? Man hat aus Emile Hirsch und mir ein Barbie & Ken-Geschenkset gemacht (lacht). Ich muss mir unbedingt eins davon checken. Mein Leben ist jetzt komplett, es gibt eine Barbie von mir selbst! Mehr brauch ich nicht! (lacht)  

SKIP: Wie waren eigentlich die Speed Racer -Dreharbeiten? Es wurde ja fast der ganze Film vor dem Green Screen gedreht und die Kulissen und Effekte erst nachträglich eingefügt …

Christina Ricci: In der Tat, wir sind ja fast ausschließlich in grünen Stages rumgestolpert. Manchmal gab’s da Teile eines Autos oder einer Landschaft, aber niemals etwas Ganzes. Die Wachowskis wussten allerdings immer schon ganz genau, wie alles einmal aussehen würde – ich kam mir beim Spielen oft vor, als wäre ich selber ebenfalls ein Produkt aus Larry und Andys Fantasie … das Einzige, was nicht so toll lief, waren meine Szenen mit dem Affen.

SKIP: Wieso das?

Christina Ricci: (Verzieht das Gesicht) Naja, ich mag Affen generell nicht besonders. Alle finden die so süß, ich kann das nicht nachvollziehen (lacht). Und gleich in der ersten gemeinsamen Szene, die spielte im Esszimmer der Familie Racer, setzten sie den Affen genau neben mich. „Ach wie süß, wie er da hockt“, versuchte ich mir einzureden. „Sei nicht zickig, Christina, der Affe ist super.“ Und dann riefen die Wachowskis; „Action!“, ein Schauspieler kam von rechts und alle sahen dort hin. Und so bemerkte niemand, wie der herzige Affe plötzlich nach meinem linken Busen schnappte, ganz fest zupackte und sich mit seinem ganzen Affengewicht dranhängte! Ich hab nicht gewusst, was ich tun soll, ich konnte ihm ja keine reinhauen … Also hab ich mich vorsichtig nach vorn gebeugt, damit der Affe wieder Boden unter den Füßen bekommt und mein Busen entlastet wird. Dann hab ich ganz verschämt „Hilfe!“ gerufen. Aber weil ja keiner gesehen hat, was da vorging, haben mich erstmal alle ignoriert, um die Szene nicht zu unterbrechen. Irgendwann ist es mir dann gelungen, das Vieh abzumachen, und ich habe keine bleibenden Schäden davongetragen (lacht). Den Rest des Drehs hat mich John Goodman natürlich dann deshalb verarscht.

SKIP: In Speed Racer haben Sie aber durchaus auch ein paar geplante Action-Szenen. Können Sie in Wirklichkeit auch so gut Auto fahren?

Christina Ricci: So gut sicher nicht, aber ich fahre sehr gerne. Ich hatte sogar mal einen echten Sportwagen (kichert). Mein nächstes Auto wird aber sicher eines dieser neuen umweltfreundlichen.

SKIP: Ms. Ricci, Sie haben mit vielen feinen Arthouse-Produktionen ein treues Publikum gewonnen, das Sie kultisch verehrt. Laufen Sie jetzt über zum Blockbuster-Kino?

Christina Ricci: Ich hab schon als Kind bei Riesenproduktionen mitgemacht, Blockbuster sind also nichts total Neues für mich. Aber ich bin durch Speed Racer schon etwas auf den Geschmack gekommen (lacht). Ich liebe es, Action- & Stunt-Szenen zu drehen, so seltsam das bei mir klingen mag. Ich mag Dinge, die körperlich anstrengend sind. Am Set haben wir aus Spaß sogar Ein-Arm-Liegestütz-Competitions gemacht, so viel Elan hatten wir!

SKIP: Wenn Sie selbst ins Kino gehen, welche Art von Filmen schauen Sie sich da selber am liebsten an?

Christina Ricci: Ich steh total auf richtige Popcorn-Movies! (lacht) Irgendwie halten mich die meisten Leute für furchtbar versnobt und intellektuell, aber das ist wohl Wunschdenken (kichert). Die meisten dieser kleinen Filme, von denen alle so schwärmen, finde ich viel zu prätentiös und anstrengend. Ich steh auf Filme, die nur aus dem Grund gemacht wurden, damit das Publikum im Kino eine gute Zeit hat. Und die will ich dann in einem Riesenkino in einem Supersessel sehen und dazu Popcorn mampfen (lacht).

Interview: Kurt Zechner / April 2008

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