Hell's Angel

Interview mit Selma Blair zu Hellboy 2 - Die goldene Armee

Megaheiß und supercool: Als Hellboys hitzige Geliebte ist Selma Blair zur echten Comic-Kultfigur geworden – und das, obwohl sie fast als einziges Castmitglied ganz ohne Spezial-Make-up auskommen muss. SKIP traf die zierliche 36-Jährige zum ungeschminkten Exklusiv-Talk in Berlin.

Als feurige Liz Sherman trägt Selma Blair Hellboys dämonische Babys unterm Herzen – ­privat ist sie nach der Scheidung von Frank Zappas Sohn Ahmet kinderlos glücklich mit Schauspielerkollege Johnny Messner.

SKIP: Hellboy hat unter den ganzen Kino-Superheroes einen echten Sonderstatus. Was macht für Sie persönlich seinen speziellen Charme aus?

Selma Blair: Er hat von allen einfach am meisten Sinn für Humor – den besten Schmäh sozusagen. Hellboy muss man einfach lieb haben, er ist so ein grundehrlicher Kerl. Er ist ein ziemlicher Prolo, aber total sexy – er hat einen heißen Körper, und dazu diesen süßen … äh, Schwanz (lacht).

SKIP: Sie sind als Hellboys Herzblatt so ziemlich die einzige Hauptfigur, die ohne großes Spezial-Make-up auskommt. Fühlten Sie sich da ein bisschen als Outsiderin am Set?

Selma Blair: Ganz im Gegenteil, ich bin mir vorgekommen wie die Prinzessin! Ich konnte jeden Tag ausschlafen, die anderen mussten wegen der Maske schon ca. fünf Stunden vor mir am Set sein! Und am Abend mussten sie auch noch locker jeweils drei Stunden länger bleiben. Also echte Folter. Und ich hab sie natürlich noch zusätzlich provoziert mit so lächerlichen Beschwerden, wie z. B. dass ich bei der Hitze so dicke Baumwollsocken anziehen musste – während den anderen schon der Schweiß bei den Ohren rauskam (lacht).

SKIP: Wie fühlt sich das eigentlich an während des Drehs, wenn man das fertige Produkt erst im Nachhinein zu sehen kriegt und viele Szenen eigentlich ins Leere spielt?

Selma Blair: Es ist für mich vor allem beeindruckend, wie riesengroß alles im fertigen Film aussieht. Das Set war nicht gerade zwergenhaft, aber wie das jetzt rüberkommt, haut mich echt um. Die Bluescreen-Szenen dagegen waren gar nicht so zahlreich, das meiste war „real“. Guillermo ist ja ein echter Meister der Puppentricks, er will immer alles in 3D vor sich sehen.

SKIP: Aber, wenn Ihre Figur zum Beispiel Feuer erzeugt, ist das doch sicher mit dem Computer gemacht?

Selma Blair: Ja, klar, das wurde alles erst nachher eingefügt. Was mir beim Dreh einige ziemlich peinliche Szenen einbrachte. Denn wenn Liz zu brennen beginnt, dann steht sie immer ganz verkrampft da … (schaut verkniffen und macht seltsame Geräusche) – ich meine, wie sieht das für Sie jetzt aus?

SKIP: Naja, wie wenn Sie … wenn Sie …

Selma Blair: Genau! Wie wenn ich gerade am Klo Probleme hätte (lacht).

SKIP: Im neuen Hellboy  kommt raus, dass Sie von Hellboy schwanger sind. Haben Sie eigentlich schon irgendeine konkrete Vorstellung, wie Liz’ Kinder mit Hellboy aussehen könnten?

Selma Blair: Keine Ahnung, das liegt ganz in der Macht von Meister Guillermo. Ich wäre aber froh, wenn zumindest einer der Zwillinge so wie Hellboy aussieht, das wäre dann das nettere Kind. Das böse hätte mehr von mir (lacht).

SKIP: Steht überhaupt schon fest, ob wir die Babys je zu Gesicht bekommen werden?

Selma Blair: Ich hoffe sehr. Was ich weiß, ist, dass Guillermo eine  Trilogie geplant hat, und es wurde auch schon viel über einen dritten Teil gesprochen. Aber das ist auch schon alles, was ich an Informationen habe. Na, was soll’s, ich bin ja nur die Mutter (lacht).

SKIP: Hellboy – Die goldene Armee wurde zu einem Großteil in Budapest gedreht. Wie haben Sie die Drehpausen dort verbracht?

Selma Blair: Ich bin mit meiner Mum durch die Stadt spaziert – wir sind vor allem Essen gegangen. Wenn ich jetzt so daran zurückdenke, läuft mir immer noch das Wasser im Mund zusammen. Das Gulasch war wundervoll!

SKIP: Sie sind Gourmet?

Selma Blair: Nein, gar nicht. Ich kann auch überhaupt nicht kochen.

SKIP: Was können Sie denn gut – außer schauspielen natürlich?

Selma Blair: Na ja … ich kann gut reiten zum Beispiel. Ich trainiere Hunde, ich mache Eiskunstlauf, und ich schreibe ein bisschen. Ich lese unheimlich gerne, ich surfe ganz gut, und als Gärtnerin bin ich auch nicht schlecht. Reicht das? (lacht)

SKIP: Durchaus! Sie trainieren Hunde? Wofür?

Selma Blair: Ähm, für die Fuchsjagd, um ehrlich zu sein. Das klingt jetzt schrecklich unkorrekt, die Tierschützer wetzen sicher schon die Messer (lacht). Aber wir jagen natürlich keine echten Füchse, sondern legen künstliche Fährten und so. Mein Freund (der Schauspieler Johnny Messner, Anm) ist Jäger, dadurch bin ich darauf gekommen – ich hätte mir früher auch nicht vorstellen können, wie viel Spaß das macht.

Interview: Kurt Zechner / August 2008

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.