Französisch für Fortgeschrittene

Interview mit Steve Martin zu Der rosarote Panther 2

Er ist wohl der einzige Schauspieler, der dem großartigen Peter Sellers als Inspektor Clouseau das Wasser reichen kann. Kurt Zechner entdeckte beim Exklusiv-Talk aber noch ganz andere Seiten an Slapstick-Maestro Steve Martin.

SKIP: Hatten Sie Angst vor der Herausforderung, in die Fußstapfen von Peter Sellers zu treten? War es beim zweiten Mal einfacher oder gar noch schwieriger?

Steve Martin: Ich hatte das Projekt insgesamt dreimal verweigert. Erst als ich mit Drehbuch und Team wirklich glücklich war, haben wir es umgesetzt. Natürlich war ich nervös. Ich wusste, dass uns die Kritik in die Mangel nehmen würde – aber es gibt so wenige Möglichkeiten, guten Slapstick zu machen, das hat mich dann überzeugt. Das Publikum ja auch, wie man sieht (grinst). Beim zweiten Mal war es für mich sicher einfacher, die Rolle zu spielen – mein Glück war auch, dass ich lauter nette Kollegen um mich hatte. Mussten Sie jemals mit unangenehmen Menschen kreativ arbeiten? Ich sage Ihnen, sowas kann einem das Leben echt vermiesen! In meinem Job verliert man so schnell mal ein ganzes Jahr an nervige Leute. Oder sogar zwei. Ich bin also sehr froh, dass ich es hier nur mit coolen, schlauen und lustigen Kollegen zu tun hatte.

SKIP: Man merkt dem Film wirklich an, dass Sie am Set Spaß hatten.

Steve Martin: Ja, besonders Alfred Molina und John Cleese sind extrem komische Typen. Und alles Vollprofis, es gab im ganzen Cast niemand, der herumzickte, das macht die Arbeit wirklich zum Vergnügen. Jeder steht auf seinem Platz, hat den Text gelernt, und dann lachen wir. Es war ein bisschen wie bei einer Party (lacht).

SKIP: Weil Sie die Briten Cleese und Molina jetzt heraus­gegriffen haben … sind die "humorbegabter" als die Amerikaner?

Steve Martin: Nein, das nicht. Aber lockerer als wir wohl schon. In den USA gibt es generell mehr Druck und Angst bei Schauspielern. Die lange Tradition des Method Acting drückt hier schwer aufs Gemüt. Uns sitzt allen ein dicker Brando im Nacken (lacht).

SKIP: Dafür klingt Ihr französischer Akzent als Inspektor Clouseau aber bezaubernd leichtfüßig … wie lange haben Sie gebraucht, um den so hinzukriegen?

Steve Martin: Öh la la, nischt langää – äs is dosch ganz ainfasch, so zu sprechään (lacht). Meine Frau findet den Akzent allerdings weniger toll. Ich hab das natürlich auch zu Hause probiert, aber sie hat gleich klargestellt: "Wenn du jemals wieder Sex haben willst, dann hör sofort auf, so zu sprechen!"

SKIP: Können Sie über sich selbst lachen?

Steve Martin: Hie und da. Ich sehe mir meine Sachen ja nur ganz selten an. Aber, es ist etwas peinlich, das zuzugeben, ich kann zum Beispiel selbst etwas schreiben und dann darüber lachen. Oder auch weinen (lacht) … Übrigens: Ihr Aufnahmegerät sieht toll aus! (drückt interessiert darauf herum) Ist das leicht zu bedienen?

SKIP: Ja, durchaus.

Steve Martin: Ich hab mir auf mein iPhone eine Applikation geladen, damit ich, wenn mir ein Song für mein Banjo einfällt, den gleich aufnehmen kann. Wollen Sie mal einen hören?

SKIP: Klar! Sie spielen Banjo?

Steve Martin: Ja, seit ich 17 bin. Ich hab sogar gerade eine Platte rausgebracht (grinst stolz). Die heißt The Crow, und alle 15 Songs sind von mir! (spielt noch einen Song vor)

SKIP: Hätte das also auch einmal Ihre Karriere werden können anstatt der Schauspielerei?

Steve Martin: Möglicherweise. Aber, haben Sie jemals den Satz gehört: "Schau mal, da steht der Porsche des Banjo-Spielers!"? Nein? Eben (lacht). Also habe ich mir das schnell anders überlegt.

SKIP: Zauberer wollten Sie doch auch mal werden?

Steve Martin: Allerdings. Rückblickend war das aber auch nur ein Weg, um auf die Bühne zu kommen. Ich wusste damals noch nicht, wie man Comedy-Material schreibt. Bei der Zauberei hingegen kauft man sich einfach in einem Shop einen Trick, liest die Anleitung, lernt freundlichst "Guten Abend" zu sagen – und schon hat man seine Nummer!

SKIP: Was macht Ihnen so besondere Freude am Banjospiel?

Steve Martin: Dass es Alzheimer fernhält (lacht). Verschiedenartige Beschäftigungen sind das beste Training fürs Gehirn. Deshalb schreibe ich ja auch Drehbücher und Romane … wollen Sie noch einen Song hören?

Interview: Kurt Zechner / Februar 2009

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