Nimm Zwei

Interview mit Clive OwenJulia Roberts zu Duplicity - Gemeinsame Geheimsache

Jeder Kuss ein Treffer. Den Star-Paarlauf der Liebes-Doppelagenten haben Clive Owen undJulia Robertssouverän für sich entschieden. SKIP traf sich mit dem neuen Kino-Traumpaar zum gemeinsamen Exklusiv-Interview.

SKIP: In Duplicity - Gemeinsame Geheimsache kommen sich die Hauptfiguren im Rahmen eines beruflichen Auftrags näher und entdecken ihr Herz füreinander. Stichwort Liebe am Arbeitsplatz: Wie geht es Ihnen damit? Kommen Sie nie in Versuchung? Auch nicht bei den aller-aller-attraktivsten Filmpartnern?

Julia Roberts: Naja, was soll ich sagen ... ich habe immerhin meinen Ehemann bei der Arbeit kennengelernt (lacht). Aber genaugenommen trifft das Ihre Frage nicht ganz, Danny war ja nie mein Filmpartner, sondern Kameramann.

Clive Owen: Ich habe zum Glück gelernt, Beruf und Privatleben auseinanderzuhalten - das ist gerade in unserem Job essenziell. Erstens bin ich wirklich sehr glücklich verheiratet, und zweitens möchte ich mich voll auf meine Aufgabe konzentrieren, wenn ich drehe. Aber es ist natürlich nicht so, dass mich Filmpartnerinnen wie Julia völlig kalt lassen – ich bin total stolz darauf, wenn ich mit so einer tollen Frau auf der Leinwand zu sehen bin ...

Julia Roberts: Ooooh, danke schön, das war nett! (grinst)

Clive Owen: ... ich kann gleichzeitig meiner Frau treu sein und mit einem echten Sexsymbol herummachen. Haben wir nicht einen tollen Beruf (lacht)?

SKIP: Sie haben auch wirklich einige sehr schöne gemeinsame Liebesszenen in diesem Film. Wie war es, die zu drehen? Man hört ja oft von Ihren Kollegen, dass Sex-Szenen zu spielen alles andere als sexy ist ...

Clive Owen: Es ist meistens wirklich nicht sehr romantisch (lacht), mit Julia war es aber wenigstens lustig. Wir mögen einander sehr gern und haben beide den selben Sinn für Humor, also können wir aus vollem Herzen über diese seltsame Situation lachen, wenn man da splitternackt vor ungefähr 50 Crew­mitgliedern im Bett herumturnt.

Julia Roberts: Ja, es ist bei solchen Szenen sicher von Vorteil, wenn man sich so gut kennt wie Clive und ich. Wir blödeln halt die ganze Zeit herum. Man sieht sich tief in die Augen und flüstert: "Liegst du auch so unbequem wie ich?" Es ist schon ein seltsamer Job, den wir uns da ausgesucht haben!

SKIP: Wer wurde eigentlich zuerst für Duplicity engagiert?

Clive Owen: Ich. Regisseur Tony Gilroy schickte mir das Drehbuch, ich habe sofort zugesagt, und er fragte mich, wen ich mir am besten in der Rolle der Claire vorstellen könnte. Da musste ich nicht lange nachdenken, es gab nur eine Idealbesetzung: Julia! Also dachte ich, ich hab ja schon diesen anderen Film, Hautnah, mit ihr gedreht, vielleicht kann sie sich noch an mich erinnern. Ich hab sie angerufen, und tatsächlich fiel ihr nach einigem Hin und Her wieder ein, wo sie mich schon mal getroffen hatte ... (lacht)

Julia Roberts: Aber Clive, wer könnte einen Mann wie dich vergessen (lacht)?

Clive Owen: Jedenfalls fragte ich sie, ob sie sich vorstellen könnte, diesen Film mit uns zu drehen.

Julia Roberts: Ich war aber damals gerade mit Henry schwanger, also sagte ich: "Nicht sofort, aber ich denke drüber nach."

Clive Owen: Und weil man zu einer schwangeren Frau nie nein sagen darf, haben wir "ok" gesagt und gewartet ... und gewartet ... bis dann eines Tages mein Handy klingelte und Julia sagte: "Cooles Drehbuch - ich bin dabei!"

SKIP: In Duplicity geht es um zwei Menschen, die einen Beruf haben, der es ihnen fast unmöglich macht, jemandem zu vertrauen. Können Sie das als Celebrities, denen sich sicherlich viele falsche Freunde an den Hals werfen, nicht sehr gut nachvollziehen?

Julia Roberts: Eigentlich nicht, nein. Ich war immer sehr stolz auf meine Menschenkenntnis, und darauf, dass ich recht gut unterscheiden kann zwischen Leuten, denen man vertrauen kann, und anderen, bei denen man sich in Acht nehmen muss. Ich glaube sogar, dass mir mein Beruf das noch leichter macht.

SKIP: Inwiefern?

Julia Roberts: Weil Schauspieler darauf trainiert sind, Menschen sehr genau zu beobachten, herauszufinden, was die Motivation ihres Handelns ist. Das ist wichtig, um eine Rolle lebensecht spielen zu können. Und wenn man das so lange übt wie unsereins, dann wird man recht gut darin (lacht).

SKIP: Wären Sie eine gute Spionin?

Julia Roberts: Oh nein, ich bin viel zu kindisch für sowas. Es ist mir schon schwer genug gefallen, während des Drehs so tough und ernst zu bleiben.

Clive Owen: Ich denke, du unterschätzt dich da ein bisschen - oder sagst du das nur aus purer Berechnung, damit niemand merkt, dass du in Wirklichkeit eine Weltklasse-Agentin sein könntest (lacht). Im Ernst, Julia wäre gut in dem Job, sie ist sehr smart und kann Leute wunderbar um den Finger wickeln. Ich dagegen wäre als Spion ein Totalversager, weil ich mich wunderbar um den Finger wickeln lasse (lacht).

SKIP: Julia, Sie sind mittlerweile dreifache Mutter. Schlägt sich das eigentlich in Ihrem Image nieder, bekommen Sie jetzt andere Drehbücher angeboten als früher?

Julia Roberts: Nun, ich bekomme tatsächlich mehr Mutterrollen angeboten als früher - ich glaube, das liegt aber eher an meinem Alter als an meinen Kids (lacht).

SKIP: Wissen Ihre Kinder eigentlich, was Sie arbeiten?

Julia Roberts: Nein, noch nicht. Henry sowieso nicht, er ist ja noch ein Baby, und die Zwillinge sind ja auch erst vier. Für sie sind Filme noch etwas Magisches und die Figuren echt. Mary Poppins ist für sie eine reale Person - ich bringe es wirklich nicht übers Herz, zu sagen: "Das ist in Wirklichkeit Julie Andrews, eine berühmte Schauspielerin, wollt ihr sie mal kennen lernen?"

Clive Owen: Meine Töchter haben eine ungefähre Idee, was ich mache, sie halten mich aber für eine Art Clown (lacht). Sie haben sich ja immer noch keinen einzigen meiner Filme ansehen dürfen, sie sind 9 und 12, also noch viel zu jung, und ich bin sehr strikt in der Frage, was sie sich ansehen dürfen und was nicht. Naja, wenn sie 18 werden, wird dafür ein Riesen­stapel DVDs auf sie warten, und ich werde nicht eher Ruhe geben, bis sie sich jede einzelne angesehen haben (lacht).

Interview: Kurt Zechner / Dezember 2008

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