Kinogeschichten & Heiratssachen

Interview mit Anne Hathaway zu Rachels Hochzeit

Seit ihrer baden gegangenen Verlobung mit einem Mafioso legte Rehauge Anne Hathaway, 26, ihr großes Herz hauptsächlich in ihre Filmrollen. Eine gute Strategie - das Kino-Prinzesschen reifte zur oscarnominierten Charakterdarstellerin heran.

SKIP: Regisseur Jonathan Demme hat gemeint, dass Hochzeiten Leute komplett verrückt machen. Sehen Sie das auch so?

Anne Hathaway: Die meisten meiner besten Freunde sind schwule Männer, die sich nicht sonderlich viel ums Heiraten scheren. Also kann ich da gar nicht so wirklich mitreden. Ich war allerdings Trauzeugin bei der Hochzeit meines Bruders, und das war eine ziemlich coole Feier. Er hatte alles super unter Kontrolle. Also wenn Sie jemals einen Hochzeitsplaner suchen sollten, rufen Sie einfach meinen Bruder an! (lacht) Aber da ich selbst noch nie geheiratet habe, habe ich wohl keinerlei Qualifikation, was Ernsthaftes zu diesem Thema beizutragen (grinst).

SKIP: Sie spielen in Rachels Hochzeit eine Frau, die nicht nur mit ihrer Alkoholsucht kämpft, sondern auch mit ihren Ticks allen auf die Nerven geht. Haben Sie sich diese typischen Verhaltensweisen irgendwo abgeschaut?

Anne Hathaway: Ich bin zwar auf einigen Treffen der Anonymen Alkoholiker gewesen, aber ich habe mir dort nichts abgeschaut – alles, was meine Filmfigur macht, hat sich irgendwie von selbst ergeben, es kam einfach aus mir heraus, als ich sie spielte.

SKIP: Die Rolle der Kim brachte Ihnen eine Oscar-Nominierung ein, jetzt werden Sie auch von den Kritikern bejubelt – war diese Rolle für Sie selbst auch etwas ganz Besonderes?

Anne Hathaway: Es war mit Sicherheit der am besten geschriebene Part, den ich je zu spielen bekam. Dazu gab's noch einen brillanten Regisseur und einen fantastischen Cast – ja, das war schon einzigartig. Wissen Sie, normalerweise fühle ich mich nach dem Abschluss von Dreharbeiten entweder total befreit, völlig ausgepumpt oder verärgert, weil ich mir wünsche, das Ganze noch mal von vorn beginnen zu können. Diesmal war alles anders: Ich fühlte mich aus tiefstem Herzen zufrieden, das konnte ich bisher noch nie nach einem fertigen Film sagen.

SKIP: Viele konnten sich nach Ihrem großen Erfolg mit Plötzlich Prinzessin nicht vorstellen, dass aus Ihnen eine "ernsthafte" Schauspielerin, ja Oscar-Kandidatin werden würde ...

Anne Hathaway: (lacht) Ich bin einfach eine Geschichtenerzählerin, das ist alles. Nach Filmen wie Brokeback Mountain oder jetzt Rachels Hochzeit werde ich ständig gefragt, ob ich mein Prinzessinnen-Image loswerden will. Ich war mir aber nie bewusst, dass ich überhaupt ein Image hatte (lacht). Ich verstehe nicht, warum mich ein Film wie Plötzlich Prinzessin in irgendeiner Weise für sogenannte ernsthafte Rollen disqualifizieren sollte. Und ich will hier jedenfalls niemandem irgendwas beweisen. Maximal mir selbst (grinst).

SKIP: Müssen Sie auch nicht mehr – mittlerweile sind Sie schon in die Star-Oberliga aufgerückt. Wie geht’s Ihnen mit dem Starruhm?

Anne Hathaway: Naja … Ich kann mich halt nicht mehr so frei bewegen wie früher – in meiner momentanen Karrierephase bleiben mir nach Verlassen des Hauses etwa 20 Minuten, bis der erste Paparazzo auftaucht. Und dann heißt’s schnell flüchten.

SKIP: Da nützt es auch nichts, wenn Sie sich tarnen? Mit großen Sonnenbrillen etwa?

Anne Hathaway: Wissen Sie was? Es ist lustigerweise genau umgekehrt! Ohne klappt es viel besser. Große Sonnenbrillen sind ja schon fast ein Signal: "Achtung, hier will sich jemand verstecken!" (lacht) Aber ich habe einen anderen Trick: Ich darf nicht lächeln. Je ernster ich dreinschaue, desto leichter kann ich unerkannt herumspazieren (lacht).

Interview: Kurt Zechner / September 2008

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