Blaues Wunder

Interview mit Michelle Rodriguez zu Avatar - Aufbruch nach Pandora

Große Power, große Klappe. In James Camerons Sci-Fi-Spektakel steht Bad Girl Michelle Rodriguez ganz vorn an der Front – und im SKIP-Exklusiv-Interview erklärt sie unverblümt, warum es in Hollywood so wenige coole Action-Ladies gibt.

SKIP: Seit deinem ersten Blockbuster-Auftritt in The Fast and the Furious ist fast ein ganzes Jahrzehnt vergangen. Sieht die Welt für dich heute anders aus?

Michelle Rodriguez: Natürlich, voriges Jahr habe ich meinen 30er gefeiert und endlich die blöden Twenties hinter mir gelassen! Ich bin ja sehr lang und sehr öffenlich erwachsen geworden (lacht). Aber es ist nicht einfach, wenn alles, was man tut, beobachtet und kommentiert wird. Und jede einzelne Aktion gilt gleich als Ausdruck deiner gesamten Persönlichkeit. Wenn man einmal mit Alkohol am Steuer erwischt wird, dann halten einen gleich alle für eine total unverantwortliche, dumme Schlampe – und es ist sehr schwer, so ein Image wieder loszuwerden. Aber ich habe früher auch in die Hosen geschissen und mach das nicht mehr. Und bin gekrabbelt, und jetzt gehe ich aufrecht. Man nennt das Evolution (lacht).

SKIP: Wie war es, mit James Cameron zu arbeiten?

Michelle Rodriguez: (Holt ganz tief Luft) Es war einfach ... pfooaahh. Der absolute Wahnsinn. Mann, der Kerl ist so ein Genie!!! Und Avatar ist für mich nichts anderes als ein neuer Quantensprung des Kinos. Wie der Übergang von Schwarzweiß zum Farbfilm. Und dahinter steckt ein einziger Mann: James Cameron! Unglaublich, nicht wahr? Wenn er eine Idee hat, dann schütteln alle erst mal den Kopf und sagen „unmöglich“. Dann grinst er nur mitleidig und sagt: „Na dann, lasst uns ein Team zusammenstellen und mit der Arbeit beginnen!“ (lacht). Er ist einer der wenigen, der nicht nur versteht, dass alles möglich ist – sondern es dir auch immer wieder aufs Neue beweist.

SKIP: Inwiefern beeinflusst die 3D-Technologie eigentlich deine Arbeit als Schauspielerin? Dreht man da anders?

Michelle Rodriguez: Nicht so sehr, wie ich mir vorgestellt habe. Ich dachte ja, ich werd ins Studio marschieren und mal drei Wochen vor dem Greenscreen drehen – aber nichts da, wir flogen nach Neuseeland an ein Set voller Maschinen, die James und sein Team gebaut haben. Es hat mich total an Star Wars erinnert – an das „alte“ Star Wars, das richtige. Da waren riesige Raumschiffe, die durch die Szenerie flogen. Alles roch nach Maschinenöl. Das war kein normales Set, sondern in ein Kunstwerk, ein Meisterwerk. Ich war so glücklich dort (lacht).

SKIP: Michelle, du bist eine der wenigen Schauspielerinnen, die sich als Action-Heldinnen abseits der B-Movie-Szene etabliert haben. Warum gibts in Hollywood so wenige coole Girls?

Michelle Rodriguez: Liegt vielleicht daran, dass die Drehbücher hauptsächlich von Typen geschrieben werden. Und zwar solchen Typen, die sich keine starken, unabhängigen Frauen vorstellen können, weil sie noch nie welche gesehen haben – die Mehrheit dieser Kerle sind Vollnerds, die den ganzen Tag vor dem Computer sitzen und generell ziemlich wenig Ahnung von Frauen haben. Also müssen sie welche erfinden. Die einzigen Mädels, die die wirklich gut kennen, sind die auf ihren Lieblingspornowebsites (lacht). Angelina Jolie ist eine der wenigen, mit der man das ordentlich hingekriegt hat. Aber z. B. Elektra oder Catwoman – diese Filme sind un-ver-zeih-lich!!! Catwoman war immer meine Lieblings-Superheldin. Und dann machen sie einen Film, wo sie schon am Plakat aussieht wie eine billige Stripperin. Und genau deshalb war das auch so ein Flop – sie hätte cool sein müssen. Aber es hat einfach keiner vorher drüber nachgedacht. Und ohne Hirn funktioniert Action nicht.

Interview: Gini Brenner / März 2009

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