Prince Charming

Interview mit Jake Gyllenhaal zu Prince of Persia - Der Sand der Zeit

Bis jetzt fielen bei Jake Gyllenhaal vor allem zwei Dinge auf: seine riesigen Bambiaugen und sein beachtliches Schauspieltalent - von Donnie Darko über Brokeback Mountain bis zu The Day After Tomorrow. Jetzt kommen auch noch mächtige Muckis dazu: In Prince of Persia gibt er sein Actionhelden-Debüt.

SKIP: Sie können auf eine enorm vielseitige Karriere zurückblicken - als Actionheld haben wir Sie allerdings noch nie gesehen. Was hat Sie an dieser Rolle gereizt?

Jake Gyllenhaal: Prinz Dastan ist einfach ein cooler Typ, der ein paar wirklich super Sprüche drauf hat, und die Love Story ist auch toll. Wenn ich mich für eine Rolle entscheide, geht es mir immer zuallererst um die Figur, die ich spielen soll, und nur in zweiter Linie um den Film drumherum.

SKIP: Glauben Sie, dass die Hauptrolle in einem großen Actionfilm Ihr Image sehr verändern wird?

Jake Gyllenhaal: Ach, Prince of Persia ist ja nicht mein erster Blockbuster. Ich habe ja auch schon The Day After Tomorrow gemacht. Und außerdem ... ich glaube nicht, dass ich überhaupt ein ganz bestimmtes Image habe. Nein, auch nicht nach Brokeback Mountain (lacht).

SKIP: Das war eine sehr mutige Entscheidung damals, diese Rolle anzunehmen. Würden Sie es nochmal machen?

Jake Gyllenhaal: Ja, klar! Ang Lee hat mir damals was von einem seltsamen Film über zwei schwule Schafhüter erzählt, und irgendwie ... hab ich damals nicht mal richtig nachdenken müssen, um Ja zu sagen. Er brachte das mit so viel Überzeugung rüber. Und der Film hat ja auch wirklich funktioniert.

SKIP: Wie haben Sie sich auf Prince of Persia vorbereitet? Viel Workout, nehme ich an ...

Jake Gyllenhaal: Ja klar. Aber dabei mussten wir immer aufpassen, dass wir nicht übertreiben. Produzent Jerry Bruckheimer ist immer wieder ins Fitnessstudio nachschauen gekommen, ob unsere Arme eh nicht zu dick werden, damit wir auf der Leinwand nicht zu massiv rüberkommen (lacht). „Meine Herren, immer daran denken: Nicht zu viel Bizeps!!!“ Tja, und dann habe ich natürlich noch Klettern und Schwertkampf trainiert, einen ganzen Monat lang.

SKIP: Wie war der Dreh in Marokko? Man hörte von Problemen mit dem Wetter und der extremen Trockenheit ...

Jake Gyllenhaal: Naja, wenn tausende Statisten und Crew-Mitglieder durch die Wüste reisen, dann muss wohl irgendetwas passieren, anders geht das doch rein empirisch gar nicht. Aber ehrlich gesagt, viele dieser sogenannten Probleme waren in Wahrheit eher in den Köpfen der Leute. Es waren viele Briten darunter, die stöhnten dauernd "Oh Gott, es ist so heiß hier ..." Ich fands ehrlich gesagt nicht viel anders als im Sommer in L. A. Da wirds auch ganz schön warm.

SKIP: Kannten Sie eigentlich das Prince of Persia-Videogame, auf dem der Film basiert?

Jake Gyllenhaal: Na klar (lacht). Ich hab das als Kind total gern gespielt, am Nintendo, und als ich die Rolle bekommen habe, hab ich mir die PS3-Version besorgt und bin wieder voll reingekippt. Das war so krass, dass ich am Set einige Situationen echt wiedererkannt habe - sehr schräg! Und immer wieder habe ich Stunts vorgeschlagen, weil ich genau so einen Move im Game gesehen habe - einige davon haben es auch wirklich in den Film geschafft. Dann hing ich wieder zwei Stunden an dünnen Drähten hoch in der Luft herum und sagte mir: "Toll gemacht, Jake. Und wie soll ich das jetzt überstehen? Ich hab doch nur ein einziges Leben, nicht mehrere wie im Spiel!" (lacht)

SKIP: Sie kommen aus einer Filmemacher-Familie, auch Ihre Schwester Maggie ist Schauspielerin. War Ihnen schon immer klar, dass das auch Ihre Bestimmung sein würde?

Jake Gyllenhaal: Irgendwie schon. Aber es war ein ständiges Hin und Her zwischen dem Wissen, wo man hin muss, und der Angst, dass man es vielleicht doch nicht bringt.

SKIP: Maggie Gyllenhaal ist mittlerweile auch als Produzentin aktiv. Ist das auch für Sie ein Ziel?

Jake Gyllenhaal: Ja, total. Wenn man Jerry Bruckheimer wie bei diesem Film in Aktion erlebt, dann kann man gar nicht anders als denken "Das will ich auch machen!" Er schafft es genial, die kompliziertesten Dinge total einfach aussehen zu lassen. Und ich liebe Filme, von ganzem Herzen - da ist es nur logisch, wenn ich nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera mitmischen will.

SKIP: Was denken Sie eigentlich über die jüngsten Entwicklungen der Filmindustrie? Finden Sie 3D spannend?

Jake Gyllenhaal: Ja, total. Ich fand auch Avatar großartig. Dabei glaube ich gar nicht, dass die neue Technologie der Hauptgrund für dessen überwältigenden Erfolg war. Es war die Story. Sicher sind die Bilder toll, und man hat sowas noch nie zuvor gesehen, aber die Story funktioniert einfach. Sie bewegt die Leute. Das ist der Grund. Trotzdem denke ich, dass Prince of Persia vielleicht der allerletzte Blockbuster der alten Schule werden wird, mit einem richtigen Set und echten Menschenmassen. Ich bin sicher, dass man sich das über kurz oder lang nicht mehr antun wird und nur mehr die Computer erledigen lässt.

Interview: Jessica Hare / März 2010

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