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11/08/2019

Neu im Kino: Das Wunder von Marseille

Er hat kane Papiere, aber das Schach haut ihn vire. Die unglaubliche wahre Geschichte eines Flüchtlingsjungen, der sich und seinem Vater mit seinen Brettspiel-Skills einen Neustart in Frankreich ermöglichte.

Weil es seine Familie einmal besser haben soll begibt sich Nura (Mizanur Rahaman) mit seinem Buben Fahim von Bangladesh aus auf die weite Reise nach Frankreich. Die neue Heimat soll einen neuen Beginn möglich machen – denn, wenn Nura das mit dem Beruflichen und der Bleibe denn erst mal auf die Reihe gekriegt hat, dann ist der Nachzug der gesamten Sippe geplant. So zumindest der Plan. Erst einmal in Paris angekommen lässt sich dieser aber nicht so recht umsetzen: Beim Antrag auf Asyl spießt es sich massiv und auch die Jobsuche gestaltet sich als äußerst mühselig. Fahim bekommt all das aber eher nur am Rande mit, ihm steht der Kopf nach etwas anderem: dem Schachspiel. Gewaltig groß ist daher die Freude des hochveranlagten Figurenbewegers als er im Schachverein des genialen, aber auch grantigen Trainers Sylvain (Gérard Depardieu) unterkommt. Indes steht allerdings die Gefahr einer Abschiebung immer bedrohlicher im Raum – und sie kann irgendwann nur noch durch eine an ein Wunder grenzende Ausnahmeleistung abgewendet werden: Fahim müsste die nationale Schachmeisterschaft in seiner Altersklasse gewinnen, um einen Verbleib in Frankreich weiter zu ermöglichen ...

Das echte Leben hat diese unglaubliche Geschichte geschrieben, festgehalten wurde sie bereits in Buch- ("Spiel um dein Leben, Fahim!") und nun erstmals auch infilmischer Form. Das Ergebnis ist ein ungeschöntes Flüchtlingsdrama, dem freilich auch ein ganz erheblicher Feelgood-Faktor innewohnt – sowie einiges Fortsetzungspotential: Fahim Mohammad ist mittlerweile 19, hat seine Schach-Skills in der Zwischenzeit noch weiter verbessert und ist drauf und dran, sich in der Weltspitze seines Sports festzusetzen.