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12/20/2019

Neu im Kino: "Glück gehabt"

Die Verfilmung eines Romans von Antonio Fian lässt schwarzen Humor auf Wiener Charme treffen und jongliert wild mit den Gefühlen seines Protagonisten („Jedermann“ Philipp Hochmair).

2014 erschien Antonio Fians Roman "Das Polykrates-Syndrom". Nur fünf Jahre später erreicht nun die Verfilmung unter abgewandeltem Namen die Kinos. In der schwarzhumorigen Geschichte stolpert der Künstler Artur (Philipp Hochmair), glücklich verheiratet, in eine wahrlich prekäre Angelegenheit: Eines Tages begegnet ihm die wesentlich jüngere Alice (Julia Roy) – fasziniert von ihr folgt er der Schönheit und gerät just in eine Schlägerei. Aus einer Mischung aus Schuldbewusstsein und erotischem Interesse treffen sich die beiden in einem einsamen Café. Es wird geredet und abgetastet – und trotz seiner glücklichen Ehe findet sich Artur schnell an seinen eigenen Gefühlen zweifelnd. Als dann auch noch eine Leiche auftaucht, entgleitet ihm die Kontrolle völlig. Während er versucht, das Ruder herumzureißen, tut Alice alles dafür, das Leben des Künstlers ins Chaos abdriften zu lassen.

In 100 Minuten fährt Regisseur Peter Payer alles auf, was er seinen Figuren zusetzen könnte. Gemäß der literarischen Vorlage wird es auch mal etwas deftiger – überraschend, wenn man sich auf eine gutmütige Beziehungskomödie eingestellt hat. Der Film lässt das Publikum wahrlich mitleiden. Hauptdarsteller Philipp Hochmair wirkt wie ein Soldat auf verlorenem Posten, der minütlich zwischen Euphorie, Verzweiflung und Wahnsinn pendelt. Seine Film-Ehefrau Larissa Fuchs mimt das wahrlich akkurate Abziehbild eines elitären Kulturmenschen ohne Sinn für feine (zwischenmenschliche) Töne, die Femme Fatale Alice, gespielt von Julia Roy ist undurchschaubar verführerisch und mysteriös. Garantiert für einen kurzweiligen Kinobesuch.

Ab 20.12. im Kino!

Komödie. OT: Glück gehabt. Österreich 2019. Regie: Peter Payer. Besetzung: Philipp Hochmair, Julia Roy, Larissa Fuchs, Robert Stadlober, Barbara Petritsch. Verleih: Luna Film.