© Fox

11/14/2019

Neu im Kino: "Le Mans 66 – Gegen jede Chance"

Die ultimative Heraus-Ford-erung: Im gelungensten Autorennfilm der jüngeren Vergangenheit rasen die Benzinbrüder Christian Bale und Matt Damon gegen die übermächtige Konkurrenz von Ferrari an – und damit direkt in die Motorsport-Geschichtsbücher.

Nicht zuletzt wegen des fortgesetzten Megaerfolgs des "Fast & Furious"-Franchises ist Autokino bekanntlich seit längerem auf der Überholspur unterwegs. Wenn sich jene und ähnliche Filme mit qualmenden Reifen und glühenden Motorblöcken in den Rausch der Geschwindigkeit stürzen, nimmt die stimmige Zeichnung der menschlichen Charaktere allerdings oftmals auf der Rückbank Platz. Ausnahmen bestätigen freilich die Regel – wie "Rush – Alles für den Sieg", diese so fesselnde wie feinnervige Rekonstruktion der Rivalität zwischen Niki Lauda und James Hunt. In dessen Fußstapfen tritt bzw. in dessen Reifenspuren fährt nun James Mangolds "Le Mans 66", dessen zugespitzterer Originaltitel "Ford v Ferrari "gleich mal die Richtung vorgibt: Erneut steht hier alles im Zeichen eines großen Konkurrenzkampfs, in diesem Fall eben jenes der titelgebenden Automobilhersteller, der sich 1966 beim legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans in einem Showdown entlud, der in die Motorsportgeschichte eingehen sollte. Blickwinkel und Sympathien gehören hier klar dem Ami-Herausforderer, für den sich der Ex-Champ und nunmehrige Ford-Ingenieur Carroll Shelby (Matt Damon) sowie der britische Bleifuß Ken Miles (Christian Bale) in die Straßenschlacht werfen, um die ewige Dominanz des Italo-Platzhirschen mit einem neuen Modell schnell zu brechen. Und dabei ist es eben speziell die von Damon und Bale präzise eingefangene, außergewöhnliche Dynamik zwischen diesen zwei kongenialen, sturschädeligen Zeitgenossen, die diese – selbstverständlich auch mit allerlei atemberaubenden Rennszenen aufwartende – Reifenoper letztlich mit mindestens diesjähriger Genre-Bestzeit über die Ziellinie bringt. This is the speed we really need.