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12/12/2019

Neu im Kino: "Porträt einer jungen Frau in Flammen"

Die verbotene Liebe zweier Frauen im Frankreich des 18. Jahrhunderts ist eine der bewegendsten filmischen Erfahrungen des Jahres und gewann in Cannes zurecht den Preis für das beste Drehbuch.

Die junge Malerin Marianne (Noémie Merlant) reist im Jahr 1770 auf eine einsame bretonische Insel zum Anwesen einer verwitweten Gräfin (Valeria Golino). Diese will, dass Marianne ihre Tochter Heloise (Adèle Haenel) malt, damit sie das Porträt einem reichen Verehrer aus Mailand schicken kann. Heloise wehrt sich jedoch gegen diese Ehe. Ein anderer Maler musste bereits unverrichteter Dinge abreisen. Die Gräfin bittet Marianne daher, Heloise auf nachmittäglichen Spaziergängen zu begleiten und sie heimlich aus ihrer Erinnerung zu malen. Als das Bild schließlich präsentiert wird, zeigt sich Heloise kritisch und bietet an, diesmal persönlich Modell zu sitzen. Dabei kommen sich die beiden Frauen immer näher. 

Regisseurin Céline Sciamma inszeniert die aufkeimenden Gefühle zwischen Marianne und Heloise nicht als eine körperliche und voyeuristische Interaktion. Vielmehr schafft sie Intimität durch Spaziergänge, Konversationen und lange Blicke zwischen den Figuren. Diese Sensibilität verleiht ihren Bildern etwas von emotionaler Verbundenheit und Anmut. Die Verortung der Geschichte in einem einsamen Landstrich ruft visuelle Verbindungen zu Kunst und Literatur der Romantik hervor. Die Thematik ist jedoch modern. So philosophieren die Frauen lange über die Sage von Orpheus und Eurydike. War Orpheus davon getrieben, sich lieber eine reale Erinnerung seiner Geliebten zu erhalten, als er sich umdrehte, statt nur einer Imitation? Diese Frage stellt sich auch Marianne und Heloise. Eine leidenschaftliche Liebe, gefangen im Augenblick.

 

Ab 13.12. im Kino!

Drama/Liebesfilm. OT: Portrait de la jeune fille en feu. Frankreich 2019. Regie: Céline Sciamma. Besetzung: Noémie Merlant, Adèle Haenel, Valeria Golino, Luàna Bajrami. Verleih: Filmladen.