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07/22/2020

"Avengers" und "Star Wars" fallen durch Gleichberechtigungs-Test

Mit dem sogenannten Vito-Rossi-Test analysiert die Gay & Lesbian Alliance Against Defamation (GLAAD) Filme in Bezug auf deren LGBTQ+ Figuren. In "Avengers: Endgame" und "Star Wars IX" waren diese nur Randerscheinungen.

Disney bemüht sich mehr denn je um Inklusivität und Diversität. Hautfarbenblind sollen die Filme und Serien des Mauskonzerns sein, und hier sind zumindest der Wille zur Veränderung und Teilerfolge zu sehen. Heteronormativ – sprich strikt auf heterosexuelle Charaktere fokussiert – sollen Disneys Filme und Serien nicht mehr sein, doch davon ist nur sehr wenig zu merken.

In trauriger Erinnerung bleibt etwa der im Vorfeld groß als "schwuler Moment" angekündigte Tanz zweier Männer in der Realverfilmung von "Die Schöne und das Biest". Im Vorfeld als wegweisend gefeiert, handelte es sich am Ende aber nur eine winzige Andeutung. 

Viel hat sich in den folgenden Disney-Blockbustern nicht geändert, wie die Gay & Lesbian Alliance Against Defamation nun laut "Screen Rant" bemängelt. Sowohl "Avengers: Endgame" als auch "Star Wars Episode IX: Der Aufstieg Skywalkers" (beide aus dem Jahr 2019) fielen durch den Vito-Rossi-Test. Benannt nach einem GLAAD-Mitglied, überprüft der Test, ob LGBTQ+ Filmfiguren eine Reihe inklusiver Kriterien erfüllt, etwa ob die Figuren eine wichtige Rolle im Plot übernehmen und ihr Entfernen aus selbigem nur mit "signifikantem Effekt" möglich ist. 

Nur Token Gay Guys?

"Avengers: Endgame" als auch "Star Wars Episode IX: Der Aufstieg Skywalkers" zeigen zwar homosexuelle Charaktere, verdammen sie allerdings zu wenig bedeutenden Adabeis. Im MCU-Blockbuster handelt es sich fast nur um eine Statistenrolle: Co-Regisseur Joe Russo spielt einen schwulen Mann aus einer Apokalypse-Selbsthilfegruppe. Er erzählt von seinem ersten Date nach dem (halben) Weltuntergang und taucht danach nicht mehr auf. Commander Larma D'Acy (Amanda Lawrence) hat in "Der Aufstieg Skywalkers" schon mehr zu tun, ihr lesbischer Kuss geht aber völlig in den überschwänglichen Feiern nach dem Endgegnerkampf unter. 

"Die Eiskönigin 2", "Stuber" und "Toy Story 4" schnitten beim Vito-Rossi-Test ebenfalls schlecht ab. Überhaupt gab es gemäß der GLAAD-Beurteilung nur in vier von 19 Disney-Filmen 2019 LGBTQ+ Charaktere. Der Mauskonzern befindet sich wohl auf dem richtigen Weg, aber es geht nur sehr langsam voran.