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02/29/2020

Berlinale 2020: Der goldene Bär wandert in den Iran

Mohammad Rasoulofs "There Is No Evil" holt sich den Hauptpreis der Berlinale 2020. Die Auszeichnung für die beste Regie geht an den Südkoreaner Sang-soo Hong ("The Woman Who Ran").

"Sheytan vojud nadarad" ("There Is No Evil") befasst sich in vier lose verknüpften Geschichten mit der Todesstrafe im Iran. Regisseur Mohammad Rasoulof durfte das Land nicht verlassen, konnte den Preis für den besten Film der 70. Berlinale also nicht selbst entgegennehmen. Als kleinen Bonus zum Goldenen Bären gab's aber immerhin Standing Ovations im Saal und eine emotionale Lobrede von Jury-Präsident Jeremy Irons.

Die Auszeichnung für die beste Regie ging an den südkoreanischen Filmemacher Sang-soo Hong. Sein Drama "Domangchin yeoja" ("The Woman Who Ran") spielt in den Vororten von Seoul, wo eine Strohwitwerin zwei Freundinnen besucht und einer dritten im Kino über den Weg läuft. Als "betörendes, rätselhaftes Juwel" wird Sang-soo Hongs neues Werk auf der Website der Berlinale bezeichnet. Eine rennende Frau ist in dem Film übrigens nicht zu sehen. 

Über den silbernen Bär der 70. Berlinale, quasi für den zweitbesten Film, dürfen sich Benoît Delépine und Gustave Kervern freuen. In ihrer Tragikomödie "Effacer l'historique" ("Delete History") lassen sie drei am virtuellen Leben verzweifelte Nachbarn Sturm gegen die Tech-Konzerne laufen, die sie für ihre Misere verantwortlich machen. "Menschliche Wärme" habe die diesjährige Berlinale ausgezeichnet, erklärten die Filmemacher in ihrer Dankesrede und appellierten ans Publikum, Strom zu sparen, und sich Filme lieber im Kino, als auf dem Handy anzusehen. 

Die weiteren Sieger und Siegerinnen:

Der große Preis der Jury: "Never Rarely Sometimes Always"

Beste Schauspielerin: Paula Beer ("Undine")

Bester Schauspieler: Elio Germano ("Volevo nascondermi" – "Hidden Away")

Bestes Drehbuch: D'Innocenzo Brothers ("Favolacce" – "Bad Tales")

Outstanding Artistic Contribution: Jürgen Jürges als Kameramann von "DAU. Natasha"