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10/31/2020

Bond-Legende Sean Connery ist tot

Er war der erste 007 und blieb immer der Archetypus der legendären Figur. Nun ist Sean Connery mit 90 Jahren verstorben.

Ein Schotte aus der Working Class, der nach einer Bodybuilder-Karriere vor allem aus TV-Produktionen bekannt ist, als Bond? Das konnte sich Ian Fleming, Autor der legendären Agenten-Buchserie überhaupt nicht vorstellen. Lieber wären dem Schriftsteller David Niven oder Cary Grant für seinen 007 gewesen. Connery wurde Fleming deswegen lange auch nicht vorgestellt, in einem Interview verriet er einmal: "Ich habe erfahren, dass er mich anderen gegenüber als ‚überschätzten Stuntman‘ bezeichnet hat. Als ich ihm schließlich persönlich begegnet bin, habe ich ihn als interessanten und gebildeten Snob erlebt. Mit der Betonung auf Snob."

Der "Snob" änderte schließlich aber doch noch seine Meinung. Nachdem „James Bond – 007 jagt Dr. No“ und seine Folgefilme zum Erfolg wurden, gab Fleming seiner Romanfigur sogar schottische Wurzeln. Sean Connery durfte den Agenten im Auftrag ihrer Majestät insgesamt sieben Mal verkörpern und blieb mit seinem verschmitzten Charme Messlatte für alle späteren Bonds.

Aber auch mit ernsteren Rollen konnte Connery das Publikum überzeugen, etwa als Mönch in "Im Namen der Rose". Für seine Rolle in Brian De Palmas "Die Unbestechlichen" gab es dann auch endlich den ersten und ersten Oscar. Und einen kleinen Eklat. Denn im Vorfeld gab es Gerüchte, dass Regisseur und Star sich am Set bekriegten und sogar gegeneinander handgreiflich wurden. In seiner Acceptance Speech bedankte sich Connery schließlich auch bei "all seinen Freunden und den wenigen Feinden".

Häusliche Gewalt?

Auch gegenüber Frauen dürfte Connery Gewaltätigkeit leider nicht abgeneigt gewesen sein. Dem Playboy gegenüber sagte er 1965: „Ein Schlag mit der flachen Hand ist in Ordnung. Wenn eine Frau eine Schlampe ist oder hysterisch oder durchgängig stur, dann würde ich es tun.“ Zwar entschuldigte er sich später für den Sager, schwer wiegen aber auch die Vorwürfe seiner Ex-Frau, von ihm geschlagen worden zu sein. Der schottische Schauspieler bestritt das freilich Zeit seines Lebens. Die Queen erhob ihn jedenfalls trotz dieser belastenden Aussagen im Jahr 2000 in den Ritterstand, das hinderte den Schauspieler aber nicht daran, sich offen für die schottische Unabhängigkeit auszusprechen.

Seine Karriere beendete Connery schließlich 2003 nach "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen", weitere Rollenangebote lehnte er konsequent ab. Stattdessen verbrachte er seinen Lebensabend erst im spanischen Marbella und später auf den Bahamas. Nun starb der Mime im Alter von 90 Jahren, eine Nachricht, die Wellen schlägt. „Ich werde ihn vermissen. Schottland wird ihn vermissen. Die Welt wird ihn vermissen“, äußert sich etwa die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon. „Ein trauriger Tag für alle, die meinen Vater kannten und liebten, und Menschen in aller Welt, die seine wunderbare Gabe als Schauspieler genossen haben.“, gab sein Sohn Jason bekannt. Sein Vater habe sich schon seit einer Weile nicht mehr wohl gefühlt.

Am Sonntag um 22.30 Uhr läuft auf ORF1 "James Bond – 007 jagt Nr. No."