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News
08/10/2020

Deutschland: Kinosterben wegen zu strenger Regeln befürchtet

Sind die Auflagen für Kinos zu hart? In Deutschland werden irreparable Schäden für die Branche für möglich gehalten.

Während in Österreich ein Meter Abstand zu haushaltsfremdem Personen – und damit je ein freiegelassener Sitzplatz – ausreichend ist, wenn man im Kinosaal sitzt, sind die Regeln bei unseren deutschen Nachbarn strenger: Dort müssen zwischen den Filmfans 1,5 Meter als Pufferzone eingehalten werden. Damit bleiben in den Säälen deutlich mehr Sitze frei, was weniger Umsatz bedeutet.

Gegenüber der Bild hat Torsten Koch, Geschäftsführer von Constantin Film, daher seiner Sorge Ausdruck verliehen, dass es deswegen zu einem Kinosterben kommen wird. "Wenn die Beschränkungen nicht gelockert werden, werden wir auf einen großen Teil der Kinos künftig verzichten müssen", sagte er der deutschen Boulevardzeitung. Die Beschränkungen seien übertrieben, wie einekürzlich veröffentlichte Studie gezeigt hätte. Die TU Berlin stellte kürzlich fest, dass selbst bei mehreren Infizierten im Saal die Aerosolkonzentration noch unter jener in einem üblichen Arbeitsumfeld im Büro liegt. Für Koch ein Anzeichen dafür, dass "dringender Nachbesserungsbedarf" besteht.

Der selben Meinung scheint Geschäftsführer der Kinokette Cinemaxx, Frank Thomsen: "Es ist nun über zwei Monate später sicherlich an der Zeit, diese einschneidende Beschränkung auf den Prüfstand zu stellen", wird der Kinochef zitiert.

Reagiert die Politik?

Der amtierende Kulturministerin Grütters ist über die derzeitigen Abstandsregeln ebenfalls nicht glücklich:: "Die Corona-Abstandsregel von 1,50 Meter ist ein Problem, weil die Säle zu großen Teilen leer bleiben müssen". Die CDU-Politikerin könnte sich stattdessen vorstellen, dass jede Reihe versetzt gefüllt werden kann – denn aktuell "sind nur ein Drittel oder sogar nur ein Viertel der sonst üblichen Zuschauerzahlen möglich."