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07/31/2020

Die Oscar-Academy arbeitet Rassismus in Hollywood auf

Jährlich vergibt die Academy Stipendien, um die amerikanische Film-Industrie auf dem akademischen Level zu fördern. Heuer gehen die Förderungen an zwei Filmexpertinnen, die sich mit der Geschichte des Rassismus in Hollywood befassen. 

Wiederholt wurde der Academy vorgeworfen, Schwarze Schauspieler_innen und Filmschaffende auszugrenzen. In jüngster Vergangenheit versammelten sich die Kritiker_innen unter dem Banner #oscarssowhite. Afroamerikanische Schauspieler und Aktricen würden bei den Oscar-Nominierungen geflissentlich übergangen, so die vorrangige Anschuldigung. 

Die Academy versprach Besserung, insbesondere durch neue Mitglieder und eine signifikante Senkung des Weißer-alter-Mann-Anteils bei den Stimmabgabeberechtigten der Academy Awards. Erste Veränderungen sind mittlerweile spürbar, vom großen Umbruch kann aber noch keine Rede sein.

Es verwundert also nicht, dass die Academy die "Black Lives Matter"-Bewegung zum Anlass nimmt, sich erneut mit dem Thema Diskriminierung auseinanderzusetzen. Nicht zwingend auf der Oscar-Bühne, aber im kulturwissenschaftlichen Bereich. Seit 1999 vergibt die Organisation Stipendien, um Projekte zu fördern, die sich auf akademischer Ebene mit dem Medium Film befassen. 

Geld für Rückblicke

Laut "Deadline" gehen die mit jeweils 25.000 Dollar dotierten Stipendien heuer an Racquel Gates and Rebecca Prime bzw. deren Buchprojekte "Hollywood Style and the Invention of Blackness" und "Uptight!: Race, Revolution, and the Struggle to Make the Most Dangerous Film of 1968".

Ob dabei auch die Academy selbst unter die Lupe genommen wird? Man weiß es nicht. Ideal scheint die Academy nicht für diese Art der historischen (Selbst)reflektion geeignet – aber sicherlich besser als, sagen wir mal eine rechtspopulistische Partei, die beim Stöbern in ihrer Nazivergangenheit mehr weiße als braune Stellen zutage fördert.