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08/06/2020

Die Stimme von Dr. Hibbert erhebt sich gegen die "Simpsons"

In der Hitserie "Die Simpsons" dürfen nicht-weiße Figuren nicht länger von weißen Voice Actors gesprochen werden. Harry Shearer, der u.a. Dr. Hibbert synchronisiert, stimmt dieser Entscheidung nicht zu. 

Den Simpsons wird seit Jahren Rassismus vorgeworfen, lange war Apu Nahasapeemapetilon bzw. die klischeebehaftete Darstellung des indischstämmigen Supermarktbetreibers der prominenteste Stein des Anstoßes. Apus weiteres Schicksal in der Show ist unklar, sein Sprecher Hank Azaria legte die Rolle jedenfalls nieder. 

Den "Simpsons" stehen aber auch weitere, umfassendere Veränderungen ins Haus. Im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung kündigten die Macher der Serie vor Kurzem an, nicht-weiße Figuren nur noch mit nicht-weißen Sprecherinnen und Sprechern zu besetzen. So darf etwas Harry Shearer seine Stimme nicht länger dem afroamerikanischen Mediziner Dr. Hibbert leihen. Was er davon hält, erklärte Shearer nun in einem Interview mit Radio Times (via "Deadline"). 

Repräsentation vs. Performance

"Ich habe eine sehr einfache Meinung über das Schauspielen. Der Job des Schauspielers ist es, etwas zu spielen, das er nicht ist", so Shearer, der bei den "Simpsons" auch Direktor Skinner, Reverend Lovejoy, Ned Flanders und Waylon Smithers spricht. Weniger Gehalt bekommt er durch die zu erwartende Neubesetzung Hibberts nicht – "Wir werden nicht pro Stimme bezahlt."

Das weiße Gefälle im TV-Business bestreitet Harry Shearer keineswegs: "Menschen jeden Backgrounds sollten in diesem Geschäft beim Schreiben und Produzieren repräsentiert sein, um bei der Entscheidung zu helfen, welche Geschichten auf welcher Grundlage erzählt werden." Das habe nur nichts mit der Performance der Schauspielerinnen und Schauspieler zu tun.