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04/17/2020

Disney+ zensiert "Toy Story 2" und "Lilo & Stitch"

Nachdem der Streamingdienst Daryl Hannahs Hinterteil in "Splash" zensierte, kommt die Züchtigkeits-Schere auch bei Animationsfilmen wie "Toy Story 2" zum Einsatz.

Was kann man Kindern zumuten? Wenn es nach Disney+ geht offensichtlich keinen nackten Meerjungfrauen-Po. Der wurde in "Splash" gute 35 Jahre nach Erscheinen des Films nämlich mit CGI-Haaren überdeckt. Der grüne Hulk-Hintern in "Thor: Ragnarok" scheint hingegen in Ordnung zu gehen. Die Frage ist hierbei allerdings: wie lange noch? Nach Daryl Hannas Allerwertestem nahmen die Disney-Zensoren nämlich vermeintlich harmlose Animationsfilme ins Visier. 

Die Trickfilmschmiede Pixar wurde bekanntlich auch deswegen so erfolgreich, weil ihre Filme sowohl kleine als auch große Zuschauer begeisterten. Um Letztere bei Laune zu halten, wurden immer wieder Pointen eingebaut, die sich ganz bewusst an ein erwachsenes Publikum richten – die von den Kindern mangels Hintergrundwissen ohnehin nicht bemerkt werden.

In einer Abspannszene von "Toy Story 2" versuchte das Spielzeug "Stinky Joe" zwei Barbiepuppen schöne Augen zu machen – indem er ihnen eine Rolle in "Toy Story 3" versprach. Dabei erinnerte er an ein wenig an jene schmierige Hollywood-Produzenten der Marke Harvey Weinstein, deretwegen "Casting Couch" zum geflügelten Wort wurde. Der Witz war den Verantwortlichen aber nun anscheinend doch zu heikel, die Szene wurde entfernt.

Das ist aber nicht die einzige Änderung, die der neue Streamingservice an seinen Animationsfilmen vorgenommen hat: in "Lilo & Stitch" klettert Lilo in einen Wäschetrockner, um sich vor ihrer Schwester zu verstecken. Vielleicht hatte Disney+ Angst, dass Kinder das nachmachen, zu Schaden kommen und die Eltern die Plattform daraufhin verklagen könnten? Jedenfalls wurde das technische Gerät vorsorglich durch einen Pizzakarton ersetzt.