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02/04/2020

Filmstarts abgeblasen: Corona-Virus macht auch den Kinos zu schaffen

Wegen akuter Ansteckungsgefahr halten viele Betreiber in China die Türen ihrer Kinos derzeit geschlossen. Filmverleiher ziehen bereits Konsequenzen und canceln die Starts ihrer Filme.

Nach den USA ist China der weltweit zweitwichtigste Absatzmarkt für Kinofilme. Doch im Großteil der 70.000 landesweiten Säle bleibt die Leinwand derzeit finster. Schuld an der Kino-Krise ist die steigende Gefahr durch den sich derzeit noch immer ausbreitenden Corona-Virus, der in China bisher 361 Menschenleben gefordert hat.

Prognose: Milliardenverlust

Wenn möglich, meiden die Menschen aufgrund der Ansteckungsgefahr den Besuch öffentlicher Einrichtungen, an denen normalerweise viele Leute zusammenkommen. Viele verschanzen sich überhaupt in den eigenen vier Wänden – verständlicherweise. Das hat allerdings zur Folge, dass natürlich auch die Bereitschaft für Kinobesuche rapide sinkt. Viele der chinesischen Kinos haben ihren Betrieb temporär eingestellt. Experten prognostizieren bis zum Ende der Epidemie einen Verlust von einer Milliarde Dollar an den landesweiten Kinokassen.

Dr. Dolittle muss warten

Der Zeitpunkt für die Besucher-Flaute ist denkbar ungünstig. Eigentlich hätte der Buzz um die kommende Verleihung der Oscars genutzt werden sollen, um potenzielle Zuschauer zu den nominierten Filmen ins Kino zu locken. Darüber hinaus feiern die Menschen in China momentan den Beginn des neuen Jahres und hätten aufgrund mehrere Feiertage Zeit für einen Kinobesuch. Einige Studios reagierten bereits auf die Situation, u. a. wurden die Starts der Oscar-Anwärter "1917", "JoJo Rabbit" und "Little Women" verschoben. Auch der Veröffentlichungstermin von "Die fantastische Reise des Dr. Dolittle" wurde nach hinten verlegt.

Die Stunde der Streaming-Dienste

Der Umstand, dass die Menschen in China derzeit zuhause bleiben, ist wiederum ein Vorteil für die Streaming-Anbieter. Beispielsweise hat Huanxi Media die Komödie "Lost in Russia", deren Kinostart abgesagt wurde,  einfach online verfügbar gemacht. Die in ihren Wohnungen und Häusern verschanzten Chinesen haben mit über 600 Mio. Zugriffen innerhalb von drei Tagen für die willkommene Unterhaltung gedankt.