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02/05/2020

Gewalt gegen Ex Johnny Depp? Petition gegen Amber Heard gestartet

Der Scheidungskrieg zwischen Johnny Depp und Amber Heard ist um ein Kapitel reicher: In einem nun veröffentlichten Tonmitschnitt gibt die Schauspielerin zu, ihren Ex-Mann geschlagen zu haben. Fans fordern nun ihre Entlassung bei "Aquaman 2".

Ausschnitte von Tonaufnahmen gemeinsamer Therapiesitzungen von Amber Heard und Johnny Depp aus dem Jahr 2016 wurden am Wochenende von der britischen Daily Mail veröffentlicht. In den angeblich von Heard erstellten Mitschnitten gibt die Schauspielerin zu, gegen Depp die Hand erhoben zu haben – wobei sie ihm "nur" eine Watschen verpassen hätte wollen: "Es tut mir leid, dass ich dich nicht mit einer ordentlichen Ohrfeige getroffen habe, aber ich habe dich nicht geschlagen, es war kein Faustschlag. Babe, du wurdest nicht geschlagen."

Aber auch Küchengeschirr, das Heard durch die Wohnung geworfen haben soll, wird thematisiert. Auf Depps Aussage, er sei "nicht derjenige, der Töpfe schmeißt", antwortet Heard"Nur, weil ich Töpfe und Pfannen werfe, heißt das nicht, dass du jederzeit an meine Tür klopfen kannst."

Depp äußert in weiterer Folge, dass ihm die gewalttätigen Ausbrüche in der Beziehung Angst bereiten würden. "Ich bin letzte Nacht gegangen, weil ich den Gedanken an noch mehr Gewalt, die wir uns antun, nicht ertragen konnte. Hätten wir weitergemacht, hätte es verdammt schlimm geendet. Schatz, ich hab dir das schon mal gesagt, ich habe schreckliche Angst, dass wir der Schauplatz eines Verbrechens sind", erklärt er. Dabei gesteht er ihr auch seine Liebe – und dass er mit ihr verheiratet sein wolle: "Ich will keine Scheidung. Ich will dich nicht aus meinem Leben haben, alles was ich möchte, ist Frieden. Aber wenn die Dinge gewalttätig werden, müssen wir uns trennen." Dabei stimmt ihm Heard zwar zu, merkt aber an: "Ich kann dir nicht versprechen, dass ich nicht wieder gewalttätig werde. Gott, manchmal werde ich so wütend, dass ich durchdrehe."

Damit geht der vielleicht schmutzigste Rosenkrieg, den Hollywood je gesehen hat, in die nächste Runde: Nachdem Johnny Depp und Amber Heard sich 2011 am Set von "The Rum Diary" kennengelernt und Anfang 2015 geheiratet hatten, reichte die Schauspielerin nach etwas mehr als einem Jahr Ehe die Scheidung ein. Sie verkündete, von Depp während der gesamten Beziehung verbal und körperlich angegriffen worden zu sein, insbesondere wenn er unter Einfluss von Alkohol und Drogen gestanden hätte – und erwirkte eine einstweilige Verfügung. Depp leugnete die Anschuldigungen, und warf ihr umgekehrt vor, zu lügen, um finanzielle Vorteile herauzuschlagen.

Bald kursierten im Netz Bilder von Heard mit zahlreichen blauen Flecken im Gesicht und angeblich ausgerissenen Haaren sowie ein Video, in dem Depp mit Einrichtungsgegenständen wirft. Im folgenden Scheidungsprozess einigte man sich dann aber auf einen Vergleich (Depp zahlte Heard angeblich 7 Millionen Dollar, die diese wiederum an eine Frauenschutzorganisation spendete) und gab ein scheinbar versöhnliches gemeinsames Statement heraus, dass ihre Beziehung sehr leidenschaftlich und manchmal explosiv, aber immer durch Liebe verbunden gewesen sei. "Es war nie die Absicht, körperlichen oder emotionalen Schaden zuzufügen". Niemand habe gelogen, um sich dadurch finanzielle Vorteile zu verschaffen.

Zwei Jahre später verfasste Amber Heard aber eine Kolumne in der Washington Post, in der sie Depp zwar nicht namentlich erwähnte, aber über ihre Erfahrungen mit häuslicher Gewalt schrieb. Dieser wiederum verklagte sie daraufhin wegen übler Nachrede auf 50 Millionen US-Dollar – weil sie seiner Karriere geschadet habe. Kurz nach Erscheinen des Artikels wurden tatsächlich Gerüchte laut, dass Disney auf sein Mitwirken bei zukünftigen "Fluch der Karibik"-Filmen verzichten würde. Zudem handelte sich Warner Bros Kritik ein, als das Studio Depp als Grindelwald im Harry-Potter-Spin-off "Phantastische Tierwesen" besetzte – weshalb sogar Autorin J.K. Rowling den Schauspieler in Schutz nahm und ihm Glaubwürdigkeit attestierte. Umgekehrt soll Depp erfolglos bei den Verantwortlichen des Studios versucht haben, ein Casting seiner Ex-Frau für "Aquaman" zu verhindern. 

Schließlich ließ Depp verlautbaren, dass es in Wahrheit seine Ex-Frau gewesen sei, die ihn während der Beziehung misshandelt hätte. Für diese Sichtweise wollen viele seiner Anhänger nun einen Beweis in den veröffentlichten Tonmitschnitten sehen. Sie starteten daher eine Online-Petition, die sich an die Verantwortlichen bei DC und Warner richtet und die Entlassung von Amber Heard bei "Aquaman 2" fordert. Mit bereits 160.000 Unterschriften innerhalb weniger Tage sorgte diese nun ihrerseits für einiges Aufsehen. 

Dabei widerlegen die mitgeschnittenen Aussagen nicht, dass Depp auch umgekehrt Gewalt ausgeübt hätte. Die Aufnahmen entstanden zudem Monate vor der endgültigen Trennung. Vielmehr legen sie nahe, dass wohl beide Beteiligten zu den eskalierenden Disputen beitrugen. Fest stehen dürfte hingegen, dass die zahlreichen Nachbeben ihrer Liebesbeziehung den Karrieren beider Hollywood-Stars beträchtlichen Schaden hinzugefügt haben.