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02/06/2020

Hollywood-Legende Kirk Douglas ist mit 103 Jahren gestorben

Schauspieler, Produzent, Regisseur und Autor: Kirk Douglas gehörte zu den prägenden Figuren des Hollywood-Kinos der 50er und 60er. Sein Sohn Michael gab nun sein Dahinscheiden bekannt.

"Mit großer Trauer geben meine Brüder und ich bekannt, dass Kirk Douglas uns heute im Alter von 103 Jahren verlassen hat. Für die Welt war er eine Legende, ein Schauspieler aus dem goldenen Zeitalter des Films, der bis weit in seine goldenen Jahre hinein lebte, ein Menschenfreund, dessen Engagement für Gerechtigkeit und die Anliegen, an die er glaubte, einen Maßstab für uns alle setzte, den wir anstreben sollten.


Aber für mich und meine Brüder Joel und Peter war er einfach nur Dad für Catherine ein wunderbarer Schwiegervater, für seine Enkelkinder und Urenkel ein liebevoller Großvater und für seine Frau Anne ein wunderbarer Ehemann."

Mit diesen Worten bestätigte Michael Douglas heute Nacht, dass sein Vater Kirk Douglas verstorben ist. Dessen Legendenstatus hatte sich dieser anfangs übrigens hart erkämpfen müssen: Als Sohn weißrussischer Einwanderer schlug sich Issur Danielovitch Demsky, wie Douglas ursprünglich hieß, in jungen Jahren als Hausmeister und Wrestler durch, während er versuchte als Schauspieler durchzustarten. Schließlich gelang ihm über ein Intermezzo als Bühnenschauspieler am Broadway in den 1940er Jahren der Sprung auf die große Leinwand – für die Hauptrolle im Mark Robsons "Zwischen Frauen und Seilen" erntete er 1949 dann seine erste Oscar-Nominierung.

Dass er im Laufe seiner Karriere zwar drei Mal für Academy Awards nominiert war, jedoch immer leer ausging – bis ihm mit 79 Jahren der Ehren-Oscar fürs Lebenswerk verliehen wurde – tat seinem Status in Hollywood keinen Abbruch. Mit Rollen wie der als machtgieriger Produzent in "Stadt der Illusionen" oder als getriebener Künstler in "Vincent van Gogh - Ein Leben in Leidenschaft" spielte er sich nachhaltig ins kollektive Gedächtnis der Filmfans. Besonders in Erinnerung bleibt Douglas aber als rebellischer Sklavenanführer in "Spartacus". Hier übernahm er nicht nur die Hauptrolle, er fungierte beim Film des damals noch relativ unbekannten Stanley Kubrick als Produzent. Als solcher traf er eine mutige Entscheidung: Er engagierte trotz Berufsverbot den Kommunisten Dalton Trumbo als Drehbuchautor und brach damit die Macht von Hollywoods schwarzer Liste, auf der dieser geführt wurde.

Diesen Entschluss bereute Douglas nie. „Ich habe 85 Filme gedreht“, sagte er 2012 in einem Interview, „aber was mich rückblickend am meisten mit Stolz erfüllt, ist, dass ich die ‚Schwarze Liste‘ durchbrochen habe.“ Er blieb bis ins hohe Alter bekennender Liberaler – und sparte entsprechend auch nicht mit Kritik an Donald Trump. In Kolumnen verglich die Hollywood-Legende als „ältester Blogger der Welt“ zuletzt den US-Präsidenten indirekt mit Adolf Hitler.

 

Anlässlich des progressiven Sandalenfilms "Spartacus" stattete Kirk Douglas 1960 übrigens Wien einen Besuch ab. Mit der Premiere im Wiener Gartenbaukino weihte er das damals neu eröffnete Lichtspielhaus ein. Während er die Einladung zum 50. Jubiläum des Kinos 2010 zwar ausschlagen musste, bedankte er sich  schriftlich mit einer Liebeserklärung an die Stadt – und versprach, zum 100. Jubiläum zu kommen. Daraus wird nun zwar leider nichts mehr, mit 103 Jahren erreichte der charismatische Darsteller dennoch ein respektables Alter.

 

Zum Anlass ist am Samstag um 9:05 "Spartacus auf ORF2 zu sehen sowie am Montag um 23.20 Uhr die Doku „Kirk Douglas: der Unbeugsame“, bevor um 23.45 Uhr das Biopic „Trumbo“ über „Spartacus“-Drehbuchschreiber Dalton Trumbo gezeigt wird.