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02/21/2020

Ihr habt "Joker" verstanden? Laut dieser Fan-Theorie nicht!

Comedian Arthur ermordet drei Yuppies in der U-Bahn und wird daraufhin zum berüchtigsten Bösewicht Gothams, richtig? Falsch, urteilt ein Reddit-User und bringt überzeugende Argumente vor.

Der erfolglose Clown und Comedian Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) wird zum Joker.

Der gedemütigte, verzweifelte Außenseiter lässt Chaos über Gotham hereinbrechen.

Die bunte Montur täuscht – Arthur ist zum Äußersten bereit.

Als Comedian wird Arthur nicht berühmt, dafür aber als Symbol des Aufstands gegen die reichen, mächtigen Unterdrücker.

Das Plakat von "Joker"

Knapp vier Monate sind seit dem Kinostart von "Joker" vergangen. Die DC-Verfilmung schnappte sich den Rekord für den erfolgreichsten nicht-jugendfreien Film aller Zeiten, brachte Joaquin Phoenix den Oscar für den besten Hauptdarsteller ein und ist nun auch als DVD und Blu-ray erschienen. Fans des düsteren Dramas haben somit Gelegenheit, sich den Streifen in Endlosschleife zu Gemüte zu führen und auf Herz und Nieren zu prüfen. Ein Reddit-User stellte dabei (via "Digital Spy") eine interessante und durchaus plausible Theorie auf, die "Joker" in völlig neuem Licht erscheinen lässt.

Ein Filmfehler wurmte die glühenden Verehrer des Comic Movies bisher. In der wegweisenden Szene, die die Weichen für Arthur Flecks schurkischen Werdegang stellt, feuert der von Yuppies bedrängte Clown acht Schüsse aus einer Waffe ab, die nur sechs Patronen fasst. Reddit-User ComradeCarly liefert nun eine Erklärung dafür: Arthur hat die Angreifer gar nicht ermordet, sondern lediglich über die Nachrichten von der Tat erfahren und sie sich in einer seiner dissoziativen Episoden (wie etwa seinen ersten Auftritt im Fernsehen und seine Beziehung mit Nachbarin Sophie) fälschlicherweise selbst zugeschrieben. In seiner Fantasie kann Arthur natürlich beliebig viele Schüsse abgeben.

An den Konsequenzen ändert das jedoch nichts: Arthur von der Polizei verdächtigt, da er ins Profil passt und löst schließlich die Aufstände in Gotham aus. Er wäre aber nicht der echte Joker, sondern nur von diesem inspiriert. Der eigentliche Bösewicht bliebe ein Unbekannter – und von der Exekutive unbelangt. Das würde auch zu Aussagen von Regisseur und Drehbuchautor Todd Phillips passen:

"Es gibt eine Menge Lesarten des Films", erklärte der "Joker"-Macher. "Man könnte ihn sich ansehen und sagen 'Das ist einfach eine seiner Multiple-Choice-Geschichten. Nichts davon ist passiert.' Ich möchte nicht verraten, was es ist. Aber viele Leute, denen ich [den Film] gezeigt habe, haben gesagt 'Oh, ich kapier es – er hat die Geschichte einfach erfunden. Der ganze Film ist ein Witz. Dieser Typ im Arkham Asylum hat sich das zusammengereimt. Er ist vielleicht gar nicht der Joker.'"

Eure Meinung ist gefragt. Stimmt die Theorie von ComradeCarly oder ist sie ausgemachter Blödsinn?

(Text: Ferdinand Moser)