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01/02/2020

"Joker" hat ein noch düstereres, alternatives Ende

Die gefeierte Comicverfilmung über Batmans Erzfeind hätte finsterer ausgehen sollen – mit einem weiteren Mord des Jokers.

Auf den Bestenlisten des vergangenen Kinojahres war er ein gern gesehener Gast und holte sich mit einem weltweiten Einspielergebnis von über einer Milliarde Dollar den Rekord für den erfolgreichsten, nicht-jugendfreien Film aller Zeiten. Wer Todd Phillips' "Joker" trotzdem noch nicht gesehen hat, sollte an dieser Stelle aufhören zu lesen. Der folgende Text enthält SPOILER.

Mit einer Waffe in der Tasche streift der psychisch labile Möchtegern-Comedian Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) durch Gotham und verzweifelt am erbarmungslosen Desinteresse, das ihm von seinen Mitmenschen, den Behörden und nicht zuletzt von seinem vermeintlichen Vater Thomas Wayne (Brett Cullen) entgegengebracht wird. Vor laufender Kamera erschießt er einen Late-Night-Host (Robert De Niro) und löst damit gewalttätige Aufstände in den Straßen der Stadt aus. In eine Nervenheilanstalt eingewiesen, tötet Fleck alias der Joker schließlich noch eine Psychologin.

Das düstere Ende war eigentlich aber noch viel drastischer geplant, wie Filmemacher und Comic-Nerd Kevin Smith in seinem Podcast Fatman Beyond (via "Digital Spy") verriet: "Ursprünglich war das Ende im Krankenhaus anders. Er ist im Krankenhaus, und er lacht, kichert, und er sagt 'ich habe gerade an etwas Lustiges gedacht'. Geplant war ein Flashback zum Tod von Thomas und Martha Wayne, der offenbart, dass er Thomas und Martha Wayne getötet hat. Und der Bub schrie und weinte, und [der Joker] drehte sich um, um wegzugehen, drehte sich dann zurück, zuckte mit den Schultern und erschoss das Kind. Abspann."

Der junge Bruce Wayne, der in den DC-Comics als Erwachsener zu Batman wird, in "Joker" aber nur eine Nebenfigur war, hätte also über die Klinge springen sollen. Kevin Smiths treffende Reaktion auf das alternative Ende spricht wohl zahlreichen Fans des Fledermausmannes aus dem Herzen: "Was zum Teufel, Mann?!"

Ausgerechnet "Hangover"-Regisseur Todd Phillips hat Batmans Parade-Gegenspieler erstmals eine Origin Story spendiert. Der radikalste Comic-Film der jüngeren Vergangenheit findet auf die Frage, wie aus einem psychisch labilen Sonderling ein gemeingefährlicher Superschurke werden konnte, mit einem grandiosen Joaquin Phoenix in der Hauptrolle außerordentlich aufreibende Antworten.