© Screenshot (Livestream des Ministeriums)

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04/17/2020

Kinobetreiber widersprechen Lunaceks Aussagen zum Kinosommer

Heute gab Ulrike Lunacek Neuigkeiten zum Fahrplan für Kulturbetriebe bekannt. Ihre Äußerung, dass die Kinobetreiber wegen des schwachen Sommergeschäfts erst im September wieder aufsperren wollen, sorgt nun aber für vehementen Widerspruch.

Zwar konnte Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek bei der heutigen Pressekonferenz noch nicht genau sagen, ab wann Kino wieder aufsperren dürfen – dies soll erst Mitte Mai evaluiert werden. Dafür ließ sie die Öffentlichkeit mit ihrem Statement aufhorchen, wonach die Kinos ohnehin nicht vor August aufsperren wollen, da diese "im Sommer ohnehin nicht so sehr frequentiert werden".

Genau diese Äußerung sorgte jedoch nur wenige Stunden später schon für einigen Widerspruch von Seiten der Kinobetreiber. In einer Aussendung bemüht sich der Österreichische Kinoverband um eine Klarstellung und weist die Behauptungen der Staatssekretärin als falsch zurück. Verbandspräsident Christian Dörfler bezeichnet die in der Pressekonferenz getätigten Aussagen gar als "absurd". Selbstverständlich wolle man sobald wie möglich die Kinosäle wieder öffnen, schließlich würden in den Kinos mit den im Juli und August anlaufenden Blockbustern traditionell gewaltige Umsätze generiert. Der Grund dafür, dass eine sofortige Öffnung nicht sinnvoll sei, läge woanders: Es fehle derzeit noch schlichtweg am Produkt, also am Film, zudem seien die Rahmenbedingungen nicht planbar. Dazu komme, dass für Kinobesucher das subjektive Sicherheitsgefühl wichtiger sei als etwa im Handel.

In eine ähnliche Kerbe schlägt auch die größte Kinokette des Landes in einer eigenen Aussendung. Cineplexx-Chef Christian Langhammer betont, dass man die Maßnahmen der Regierung selbstverständlich mittrage, möchte allerdings ebenfalls vermerkt haben, "dass wir unter realistischen Bedingungen, die nicht nur die Sicherheit der Gäste und des Personals gewährleisten, sondern auch wirtschaftlich umsetzbar sind, bereits im Sommer aufsperren könnten und auch möchten."

Christof Papousek, CFO des Kinokonzerns, betont ebenfalls, dass eine Öffnung über den Sommer möglich wäre – dass die einzuhaltenden Abstandsregeln aber wirtschaftlich machbar sein müssten. Er stellte eine Saal-Auslastung von 50 Prozent, bei der jeder zweite Sitzplatz leer bleiben würde, als realistische Maßnahme in Aussicht.

Schließlich wurde auch betont, dass man vom internationalen Film- und Kinomarkt abhängig sei, da große Produktionen erst dann in den heimischen Kinos landen würden, wenn "wichtige Märkte in Europa wieder ihre Kinos öffnen."