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09/10/2020

Neue Oscar-Regel: "Bester Film" nur mit Diversity-Quote!

Eine Regeländerung der Academy sorgt für Aufsehen: Damit eine Produktion als "Bester Film" ausgezeichnet werden kann, muss sie bald strenge Diversity-Auflagen erfüllen.

Es ist die klassische Henne-Ei-Frage: Sind Frauen, LGBTQ-Personen und Minderheiten in der Filmindustrie unterrepräsentiert, weil sie bei beim prestigeträchtigsten Filmpreis der Welt, den Oscars, übergangen werden? Oder sind sie umgekehrt bei den Oscars unterrepräsentiert, weil einfach die Filmindustrie immer noch weiße Männerim in den Mittelpunkt stellt? Vielleicht bedingt sich auch einfach beides gegenseitig. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die alljährlich die Oscars vergibt, möchte diesen Teufelskreis aber nun durchbrechen. Nachdem sie schon vor einiger Zeit auf Kritik (Stichwort: #OscarsSoWhite) reagierte, indem sie mehr junge, nicht-weiße und weibliche Filmschaffende in ihren Kreis aufnahm, geht sie nun einen weiteren Schritt.

Im Rahmen ihrer "Academy Aperture 2025"-Initiative führt sie jetzt neue Voraussetzungen ein, die bestimmen, ob ein Film  als "Bester Film" nominiert werden kann. Ab 2024 muss eine Produktion in dieser Kategorie zwei von vier neu definierten Standards erfüllen, die wiederum eine Vielzahl möglicher Kriterien beinhalten. Das Ergebnis ist ein ziemlicher Regel-Dschungel, der nicht auf den ersten Blick durchschaubar scheint – und in seiner vollen Länge auf der Homepage der Academy einsehbar ist

Darin zu finden sind jedenfalls Standards wie jener, dass ein Film mindestens in einer Haupt- oder wichtigen Nebenrolle einen Angehörigen einer unterrepräsentierten Ethnie besetzt hat, mindestens 30 Prozent der Darsteller Frauen, Minderheiten, LGBTQ-Personen und Menschen mit Beeinträchtigungen besetzt sind oder sich die Filmhandlung um Angehörige einer unterrepräsentierten Gruppe konzentriert. Weitere Standards beziehen sich auf Crewplätze, Ausbildungsstellen und Marketing-Posten für unterrepräsentierte Gruppen.

Die Voraussetzungen gelten übrigens nur für die Kategorie "Bester Film". In allen anderen Kategorien bleiben die bisher gültigen Regeln aufrecht