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10/01/2020

Neue Studie: Filmfans wollen ins Kino zurück – aber Filme fehlen

Eine Meinungsumfrage von S&L Research hat festgestellt, dass die Lust aufs Kino wieder steigt.

Nachdem lange fast alle großen Filme verschoben wurden, kamen schließlich vor einigen Wochen mit "Tenet" und "After Truth" endlich wieder zwei Publikumsmagneten aus Hollywood auf die große Leinwand. Nun haben sich die Marktforscher von S&L Research angeschaut, wie es Kinogänger in Deutschland derzeit mit dem Kino halten (via Blickpunkt Film). Dabei zeigte sich, dass nach dem Lockdown immerhin 37 Prozent der Befragten wieder ein Kino besuchten. Zum Vergleich: Ende Juni lag diese Zahl noch bei gerade einmal 7 Prozent. Von den Filmfans, die bereits ein Kino besucht haben, war jeder zweite sogar schon zweimal in einem Lichtspielhaus.

Bei den Jüngeren zeigte sich eine höhere Bereitschaft, sich in einen Kinosaal zu setzen: in der Zielgruppe von 16 bis 19 gaben ganze 49 Prozent an, im Kino gewesen zu sein, in der von 20 bis 29 immerhin noch 42. In der Zielgruppe 40+ sind es im Kontrast dazu schließlich nur mehr 29 Prozent. Generell haben Kinogeher aber durch die Bank den Willen, ins Kino zurückzukehren: 89 Prozent gaben an, "sehr wahrscheinlich" oder "wahrscheinlich" wieder ins Kino gehen zu wollen oder das bereits getan zu haben.

Bei den Gründen dafür, bisher noch kein Kino besucht zu haben, gaben 46 Prozent die verschiedenen Risiken und Beschwerlichkeiten in Verbindungen mit Covid-19 an. Gleich danach wurde aber von 35 Prozent genannt, dass es keine interessanten Filme im Kino gäbe. Für ersteres können einfach verständliche Präventionskonzepte Abhilfe schaffen. Nur 46 Prozent der Kinogeher gaben an, generell keine Bedenken zu haben. 57 Prozent ließen sich hingegen dank Abstandsregeln, MNS-Pflicht abseits des Sitzplatzes und überzeugenden Hygienekonzepten überzeugen, wieder ins Kino zu gehen.

Das Problem mit dem Nachschub an spannenden Produktionen dürfte hingegen nicht so leicht bewältigbar sein. Nach wie vor verschieben die meisten Studios ihre Blockbuster nach hinten, da sie Angst haben, dass ihre mit 200 Millionen US-Dollar budgetierten Filme in der derzeitigen Situation nicht in die schwarzen Zahlen kommen können. Disney verschob erst kürzlich "Black Widow" ins nächste Jahr, Sony möchte "Venom 2" erst nach der Pandemie in die Kinos bringen und selbst Warner, das Studio, das kürzlich immerhin "Tenet" veröffentlichte, schob "Wonder Woman 1984" vom Oktober in den Dezember. Damit ist der nächste potenzielle Straßenfeger erst "Keine Zeit zu Sterben" im November – für die Kinos bleibt die Situation also wohl mindestens bis dann angespannt.