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01/30/2020

Österreichischer Filmpreis 2020: Die Gewinner

Nachdem Sudabeh Mortezais Drama "Joy" im Vorfeld der Oscar-Nominierung vom Bewerb disqualifiziert wurde, durften sich die Verantwortlichen jetzt zumindest über viel Awards-Liebe seitens der Akademie des Österreichischen Films freuen.

Die Enttäuschung war groß, als sich Österreich bereits im vergangenen November im Rennen um den Auslands-Oscar geschlagen geben musste. Die Academy kam nach Sichtung des eingereichten Beitrags zum Schluss, dass "Joy" die Voraussetzung einer Nominierung in der Kategorie "Bester internationaler Spielfilm" nicht erfüllen würde. Der zu große Anteil englischsprachiger Dialoge im Film sei ausschlaggebend, so die Academy damals – ein herber Rückschlag für Regisseurin Sudabeh Mortezai und ihr Team.

Über reichlich Awards-Anerkennung für ihren ambitionierten, zwischen Spiel- und Dokumentarfilm angesiedelten Hybriden dürfen sich Cast und Crew von "Joy" nun dennoch freuen. In insgesamt vier Hauptkategorien wurde die Produktion von der Jury des Österreichischen Filmpreises mit einer Auszeichnung geehrt. Sudabeh Mortezai heimste den Preis für Regie und Drehbuch ein, Joy Anwulika Alphonsus, die mit "Joy" ihr Kino-Debüt feierte, staubte den Preis für die beste Hauptdarstellerin ab. Darüber hinaus stach das sensible Porträt einer nigerianischen Prostituierten in Wien auch seine Konkurrenten in der Kategorie "Bester Spielfilm" aus.


Jessica Hausners vorab als Favorit gehandelter SciFi-Thriller "Little Joe" konnte die Jury in den drei Nebenkategorien Maske, Schnitt und Szenenbild überzeugen. Tobias Moretti nahm den Preis für die beste männliche Hauptrolle in "Gipsy Queen" entgegen, Pia Hierzegger ("Der Boden unter den Füßen") und Josef Hader ("Nevrland") wurden für ihre Nebenrollen-Performances ausgezeichnet.


Zum ersten Mal in ihrer zehnjährigen Geschichte hat die Akademie des Österreichischen Films zudem auch die kommerziell erfolgreichste Produktion des Jahres geehrt: Das Team rund um "Love Machine" durfte sich über die meisten Kinobesucher im Jahr 2019 und somit auch über die entsprechende Anerkennung freuen.


DIE KOMPLETTE LISTE DER NOMINIERTEN UND GEWINNER:

Bester Spielfilm:

"Der Boden unter den Füßen" (Produktion: Alexander Glehr, Franz Novotny; Regie: Marie Kreutzer)

"Joy" (Produktion: Oliver Neumann, Sabine Moser; Regie: Sudabeh Mortezai)

"Little Joe" (Produktion: Bruno Wagner, Bertrand Faivre, Philippe Bober, Martin Gschlacht, Jessica Hausner, Gerardine O'Flynn; Regie: Jessica Hausner)

 

Bester Dokumentarfilm (ex aequo):

"Bewegungen eines nahen Bergs" (Produktion: Ralph Wieser, David Bohun, Sebastian Brameshuber, Regie: Sebastian Brameshuber)

"Erde" (Produktion: Michael Kitzberger, Markus Glaser, Wolfgang Widerhofer, Nikolaus Geyrhalter; Regie: Nikolaus Geyrhalter)

"Gehört, gesehen – Ein Radiofilm" (Produktion: Markus Glaser, Wolfgang Widerhofer, Michael Kitzberger, Nikolaus Geyrhalter, Jakob Brossmann, David Paede; Regie: Jakob Brossmann, David Paede)

"Inland" (Produktion: Ulli Gladik; Regie: Ulli Gladik)


Bester Kurzfilm:

"Apfelmus" (von Alexander Gratzer)

"Boomerang" (Kurdwin Ayub)

"Freigang" (Martin Winter)

 

Beste weibliche Hauptrolle:

Joy Anwulika Alphonsus ("Joy")

Emily Beecham ("Little Joe")

Valerie Pachner ("Der Boden unter den Füßen")

 

Beste männliche Hauptrolle:

Georg Friedrich ("Kaviar")

Valentin Hagg ("Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein")

Tobias Moretti ("Gipsy Queen")


Beste weibliche Nebenrolle:

Gerti Drassl ("Ein wilder Sommer – Die Wachausaga")

Kerry Fox ("Little Joe")

Pia Hierzegger ("Der Boden unter den Füßen")

Mavie Hörbiger ("Der Boden unter den Füßen")


Beste männliche Nebenrolle:

Josef Hader ("Nevrland")

Wolfgang Hübsch ("Nevrland")

Heinz Trixner ("Ein wilder Sommer – Die Wachausaga")


Beste Regie:

Jessica Hausner ("Little Joe")

Marie Kreutzer ("Der Boden unter den Füßen")

Sudabeh Mortezai ("Joy")

 

Bestes Drehbuch:

Jessica Hausner, Geraldine Bajard ("Little Joe")

Sudabeh Mortezai ("Joy")

Hüseyin Tabak ("Gipsy Queen")

 

Beste Kamera:

Martin Gschlacht ("Little Joe")

Klemens Hufnagl ("Joy")

Leena Koppe ("Der Boden unter den Füßen")

Jo Molitoris ("Nevrland")

 

Bestes Kostümbild:

Tanja Hausner ("Little Joe")

Christine Ludwig ("Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein")

Carola Pizzini ("Joy")


Beste Maske:

Sam Dopona ("Kaviar")

Helene Lang, Roman Braunhofer ("Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein")

Heiko Schmidt ("Little Joe")

 

Beste Musik:

Kyrre Kvam ("Der Boden unter den Füßen")

Karwan Marouf ("Kaviar")

Wolfgang Mitterer ("Die Kinder der Toten")

Judit Varga ("Gipsy Queen")

 

Bester Schnitt:

Gerd Berner ("Nevrland")

Peter Brunner ("To the Night")

Alarich Lenz ("Nobadi")

Karina Ressler ("Little Joe")

 

Bestes Szenenbild:

Christoph Kanter ("Kalte Füße")

Conrad Morith Reinhardt ("Nevrland")

Katharina Wöppermann ("Little Joe")

 

Beste Tongestaltung:

"Erde" – Originalton: Pavel Cuzuioc, Simon Graf, Lenka Mikulová, Hjalti Bager-Jonathansson, Nora Czamler, Andreas Hamza, Eva Hausberger, Sounddesign: Florian Kindlinger, Mischung: Alexander Koller

"Nevrland" – Originalton: Gregor Kienel, Sounddesign: Thomas Pötz, Rudolf Gottsberger, Mischung: Thomas Pötz

"Nobadi" – Originalton: William Edouard Franck, Sounddesign: Philipp Mosser, Reinhard Schweiger, Mischung: Bernhard Maisch

 

Publikumsstärkster Kinofilm:

"Love Machine"