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07/02/2020

"Ozark" bekommt dank Corona ein Finale in Überlänge

Als in den USA der Corona-Lockdown begann, erschien die dritte Staffel "Ozark" auf Netflix und mauserte sich spät, aber doch zum Publikumshit. Nun gibt es endlich grünes Licht für die finale Season, die stolze 14 Episoden umfassen wird.

Nur selten dürfen Buchhalter im Bewegtbild die Helden sein. Vor allem, wenn es um einen Thriller aus der Welt des organisierten Verbrechens geht. Vor allem wenn der Held am Rechenschieber keine autistische Ein-Mann-Armee mit dem Gesicht von Ben Affleck ist ("The Accountant"). 

"Ozark" ist anders. Die Netflix-Serie macht den langweiligen Zahlenjongleur Marty Byrde (Jadon Bateman) zum Mittelpunkt des Geschehens. Sie schafft die perfekte Balance zwischen Neben- und Haupthandlungssträngen, zwischen dem zerrütteten Familienleben der Byrdes und der Crime Story rund um skrupellose Opiumbauern, moralisch flexible FBI-Agenten und ein mexikanisches Drogenkartell, für das Marty als Geldwäscher schuftet. 

Mit den großen Netflix-Hits konnte "Ozark" nie so recht mithalten. Von den Kritikern gelobt und mit mehreren Emmys geehrt, musste die Serie nichtsdestotrotz nach jeder Staffel um die Verlängerung des Sendeauftrags bangen. Laut "Deadline" ist die Zeit der Ungewissheit nun vorbei. Vage hatte Showrunner Chris Mundy vier "Ozark"- Durchgänge anvisiert, um die Geschichte der Byrdes zu vollenden. Netflix legte noch ein paar Folgen drauf — die vierte und letzte Staffel wird auf zweimal sieben Episoden aufgeteilt und ist damit erheblich länger als die bisherigen Seasons. 

Ozark (S3)

Wendy (Laura Linney) schlägt Kartell-Boss Navarro ein Geschäft vor.

Ozark (S3)

Marty (Jason Bateman) wäscht in seinem Casino Geld für ein mexikanisches Kartell.

Ozark (S3)

Ruth Langmore (Julia Garner) leitet Martys Casino und legt sich mit der Kansas City Mafia an.

Ozark (S3)

Frank (Joseph Sikora), der Sohn ds Mafiapaten von Kansas City, bedrängt Ruth.

Ozark (S3)

Mit mexikanischen Drogendealern ist nicht zu spaßen.

Ozark (S3)

Wendys Bruder taucht plötzlich vor dem Casino auf.

With a little help from Corona

Das Happyend (zumindest hinter den Kulissen) ist zum Teil der Corona-Krise zu verdanken. Die dritte Staffel, die in nur vier Wochen knapp 30 Millionen Zuschauer anlockte und die "Ozark"-Quoten somit in neue Sphären katapultierte, startete zu Beginn des US-Lockdowns. 

"Wir sind sehr stolz darauf, was wir geschafft haben, aber wir würden lügen, sagten wir nicht, wir hätten ein bisschen Virus-Hilfe gehabt", erklärte Jason Bateman, der auch als Regisseur und Produzent an der Serie beteiligt ist. "Wir hatten etwas kostenloses Timing, da die Show herauskam, als niemand etwas anderes zu tun hatte, als auf seine Wände und in die Glotze zu schauen. Hoffentlich mochten die Leute, was sie gesehen haben."

Den Löwenanteil am Erfolg spricht Bateman aber natürlich seinem Cast und seiner Crew zu. Auf die neuen Folgen, mit denen frühestens 2021 zu rechnen ist, freut er sich schon. "Eine Staffel in Überlänge bedeutet Probleme im Übermaß für die Byrdes. Ich freue mich darauf, mit einem Knall (oder mehreren) abzutreten."