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01/24/2020

Schlachtfeld Kinokassa: Quentin Tarantino im Krieg mit Marvel und Star Wars

Auch 2019 haben die Kinogänger wieder ihre Vorliebe für Sequels, Remakes und Adaptionen an den Kinokassen demonstriert. Womöglich zum letzten Mal haben laut Tarantino auch noch Originalfilme glänzen können.

"Es hätte das Jahr werden können, in dem sie ihre Weltherrschaft betonieren. War es aber nicht." Im Interview mit Deadline gesteht Quentin Tarantino dem kommerziellen Blockbuster-Kino das stärkste Jahr seiner Geschichte zu. Daneben haben es seiner Ansicht nach allerdings auch originäre Werke wieder geschafft, Triumphe zu feiern. Die Zukunft des Autorenkinos beurteilt er dennoch pessimistisch: "Ich denke, zusammenfassend können wir sagen, 2019 hat das Kino abseits der großen Blockbuster wohl sein letztes Gefecht geschlagen."

Eigentlich hat der Regiezampano momentan allen Grund zur Freude: Sein neuester Streifen "Once Upon A Time In Hollywood" geht am 9. Februar mit zehn Nominierungen ins diesjährige Rennen um die Oscars. Der große Gewinner an der Kinokasse war aber auch 2019 wieder das Altbekannte, eben genau jene Projekte, die die Menschen bereits in "ihrer DNA eingeschrieben haben", allen voran die Filme des Marvel- und Star Wars-Franchises. Es sei mittlerweile so gut wie unmöglich, mit Originalfilmen gegen die Übermacht von Big-Budget-Streifen wie "Avengers: Endgame" anzukämpfen, wenn die Menschen Monate vor und nach Kinostart von nichts anderem reden würden. Auch gegen Star Wars hätte man es schwer, wenn sogar "das Video mit den Sicherheitshinweisen auf einem United Airlines-Flug eine Star Wars-Szene enthält."

Mit seiner Angst, der Siegeszug des immer gleichen Blockbusterkinos gefährde die Originalität der Kinokunst ist Quentin Tarantino bekanntermaßen nicht allein. Vergangenes Jahr gingen auch schon bei Regie-Ikone Martin Scorsese ("The Irishman") deswegen die Wogen hoch. Francis Ford Coppola ("Der Pate") wetterte ebenfalls gegen Marvel und bezeichnete Superheldenstreifen als schlichtweg "abscheulich".