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07/01/2020

"Scrubs"-Episoden mit Blackface kehren geschnitten zurück

Auch "Scrubs" musste sich seiner Vergangenheit stellen. Drei Episoden wurden wegen Blackfacing von den Streamingplattformen entfernt, sie sollen aber geschnitten zurückkehren.

Im Zuge der Protestbewegung wegen der Tötung von George Floyd ist auch das Bewusstsein für Rassismus in der Popkultur zuletzt gestärkt worden. Dabei stark im Fokus: Blackface, eine Praktik bei der schwarze Figuren von nicht-schwarzen Darstellern mit dunklem Make-up verkörpert werden. Problematisch ist sie nicht zuletzt, weil sie auf eine lange rassistische Tradition der Stereotypisierung und Verunglimpfung schwarzer Menschen zurückblickt.

Aber auch in jüngerer Geschichte wurde noch Blackface eingesetzt, meist in Comedy-Produktionen. Bereits vor einigen Wochen nahmen die BBC und Netflix daher die Satire-Show "Little Britain" aus dem Programm, da die weißen Hauptdarsteller dort auch Schwarze darstellten. Nun trifft das selbe Schicksal drei Episoden der beliebten Ärzte-Serie "Scrubs", die von 2001 bis 2010 produziert wurde. Auf das Betreiben von Mastermind Bill Lawrence wurde angekündigt, die Folgen bei den Streaminganbietern aus dem Progamm zu nehmen. Es handelt sich dabei um die Episoden „Meine fünfzehn Minuten als Held“ (Staffel 3, Episode 7), „Meine Laudatio“ (Staffel 5, Episode 4) und „Mein Bleistift“ (Staffel 5, Episode 17).

Auslöser sind Szenen wie diese: J.D. stellt sich in einem Tagtraum vor, wie Elliot eine noch bessere Mitbewohnerin sein könnte: wenn sie halb sie selbst und zur Hälfte sein bester Freund Turk wäre. Nach einem Schnitt ist Hauptdarstellerin Sarah Chalke mit Fake-Glatze und dunkler Ganzkörperschminke zu sehen.

Folgen sollen ohne Problemszenen zurückkehren

Nun äußerten sich der Showrunner und die Hauptdarsteller in ihrem Podcast zu den Episoden. Laut Serien-Erfinder Bill Lawrence ist der Grund, weshalb gleich die ganzen Folgen offline genommen wurden ganz einfach: "Es ist eine Pandemie. Ich habe im Moment nicht wirklich einen Schnittraum". Sie sollen aber ohne die betreffenden Szenen zurückkehren. Zugleich entschuldigte sich Lawrence bei seinen Stars. Als Showrunner sei es seine Aufgabe, den Torwächter zu geben und die richtigen Inhalte und Witze für sein Team auszuwählen – und sie nicht in solche Situationen zu bringen. "Es fängt mit Ignoranz an", fügte er dann noch hinzu, "wir waren so verdammt stolz auf uns, dass wir vor und hinter der Kamera eine so divers besetzte Show gemacht haben."

J.D.-Darsteller Zach Braff, der selbst zweimal im Blackface in der Serie zu sehen war, äußerte sich beschämt: "Als Donald (Anm: Donald Faison, Darsteller von Turk) erwähnte, dass wir in der Sendung Blackface machten, zuckte ich zusammen. Ich fühlte mich dadurch so beschissen und peinlich berührt."

Nicht herausgeschnitten werden die Szenen, in denen Turk-Darsteller Donald Faison einen Weißen darstellt. Lawrence begründet das damit, dass hier kein systematischer Rassismus im Hintergrund steht – er finde die Forderung, hier ebenfalls die Schere anzusetzen, "kontraproduktiv und absurd".