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06/04/2020

Seth Rogen verbietet "Black Lives Matter"-Gegnern seine Filme

Proteste gegen Polizeigewalt halten die USA in Atem. Das lässt auch Seth Rogen nicht kalt. Auf Twitter begegnete er Gegnern der "Black Lives Matter-Bewegung mit Schimpftiraden.

Es ist beschämend, dass es immer noch Rassismus gibt. Noch beschämender ist es, dass er nicht etwa dabei ist, sein verdientes Ende zu finden, sondern sogar noch zuzunehmen scheint. Insbesondere die USA gehen nicht erst seit gestern mit schlechtem Beispiel voran. Die Vereinigten Staaten blicken auf eine jahrhundertealte Geschichte von Ausgrenzung und Gewalt gegen Minderheiten zurück. Als Indiz dafür, dass diese nicht aufgearbeitet ist, könnte man etwa anführen, dass dem Land sogar ein Präsident vorsteht, der offen mit Rechtsradikalen paktiert.

Als kürzlich der Afroamerikaner George Floyd von einem Polizisten erstickt wurde, während dessen Kollegen seelenruhig danebenstanden und Floyd bei seinem Todeskampf zusahen, lief das Fass einmal mehr über. Landesweite Proteste gegen rassistisch motivierte Polizeigewalt waren die Folge, in vielen größeren Städten kam es auch zu Ausschreitungen. Die Polizei reagierte teilweise mit Härte, knüppelte auf Demonstranten ein und setzte Tränengas und Gummigeschoße ein. Präsident Donald Trump reichte das aber nicht, er gab in einem Tweet bekannt, er werde schießen lassen, wenn es Plünderungen gäbe. Mehr Verständnis hatte er hingegen gezeigt, als wenige Wochen zuvor schwer bewaffnete Rechtsextreme Rathäuser in demokratischen Staaten besetzten um ein Ende des Corona-Lockdowns zu erzwingen. Selbst dem Polizei-Chef von Houston reichte es nach Trumps letzten Tweets, er forderte den Präsidenten auf "den Mund zu halten".

Diese Proteste ließen auch die Filmindustrie nicht kalt. Star Wars-Star John Boyega beteiligte sich an Solidaritäts-Demonstrationen in London, ohne sich ein Blatt vor den Mund zu nehmen: "Ich spreche zu euch aus meinem Herzen. Ich weiß nicht, ob ich danach noch eine Karriere habe, aber scheiß drauf". John Cusack wiederum filmte Proteste in Chicago und wurde von zwei Polizisten attackiert. Und Filmstudio Warner stellt derzeit den Film "Just Mercy" als lehrreiche Geschichte über Rassismus gratis zum Streamen zur Verfügung.

Auch in sozialen Medien blieb das Thema nicht außen vor. Wer beispielsweise dachte, dass Kifferkomödien-Legende Seth Rogen die Corona-Zeit nur mit Grasrauchen und Töpferei verbringt, irrte. Er zeigte sich mit einem Post auf Instagram nämlich auch solidarisch mit der Black Lives Matter-Bewegung. Und stellte gleich klar, dass ihn jeder entfolgen könne, der dazu eine andere Meinung hätte.

Es dauerte trotzdem nicht lange, bis die ersten Gegner auftauchten. Ihre Versuche mit sogenanntem Whataboutismus vom Rassismusproblem abzulenken und die Black Lives Matter-Bewegung durch Behauptungen zu diskreditieren, sie wäre selbst rassistisch, weil sie ja nicht "All Lives Matter" hieße, wurden von Rogen nicht goutiert. In Diskussionslaune war der Schauspieler aber nicht, lieber antwortete er kurz und knapp mit Beschimpfungen. Mancher bekam ein "Fuck you" als Antwort, andere wurden mit einem knappen "Fuck off" bedacht und einige Kommentare wurden mit einem beherzten "Eat Shit" beantwortet. Schließlich teilte er auch mehreren Usern mit, dass sie aufhören sollen, seine Filme zu schauen. Sie hätten sie "nicht verdient".

Ob die betreffenden Instagram-User zuvor überhaupt Fans seiner Filme waren ist wohlgemerkt ebenso unklar, wie, ob sie sich an seine Aufforderung halten werden, und sich Werke wie "Ananas Express", "Sausage Party" und "Bad Neighbors" in Zukunft nicht (mehr) reinziehen werden.