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09/17/2020

"Tenet"-Einspielergebnis: Ob Hit oder Flop ist noch unklar

Zahlt es sich aus, einen teuren Blockbuster während einer Pandemie ins Kino zu bringen? Christopher Nolans Ausnahmefilm ist noch nicht über den Berg.

Sony kündigte kürzlich an, große Blockbuster wie "Venom 2" erst dann in die Kinos zu bringen, wenn dort wieder Normalbetrieb herrscht (also wohl erst wenn es eine Impfung für Covid-19 gibt?), Disney brachte kürzlich "Mulan" direkt auf Disney+ und Universal reagierte gar schon am Anfang der internationalen Gesundheitskrise, indem das Studio "Trolls World Tour" einfach auf den Streamingmarkt warf. Das alles macht Kinobetreiber und Fans der großen Leinwand natürlich alles andere als glücklich, ist aus Sicht der Studios aber durchaus nachvollziehbar. Einen teuren Film mit ebenfalls kostspieligem Marketing in die Lichtspielhäuser zu bringen, wenn diese aktuell kaum frequentiert werden - das muss man sich erstmal trauen.

Eine Studio traute sich tatsächlich: Warner verschob zwar "Tenet" mehrmals, brachte Christopher Nolans neuesten Geniestreich Ende August dann aber doch noch in die Kinos und ging damit ein großes Wagnis ein. Entsprechend gebannt schaut daher nun die ganze Filmindustrie auf die Performance des Actionfilms an den Kinokassen. Wird "Tenet" trotz Corona für Warner ein Hit oder müssen die Verantwortlichen Verluste abschreiben?

Tenet müsste über 400 Millionen einspielen

Gekostet hat "Tenet" Berichten zufolge ungefähr 200 Millionen. Dazu kommen noch sicherlich nicht allzu geringe Marketingkosten, aber alleine um die Produktionskosten einzuspielen, bräuchte der Film Berichten zufolge ein weltweites Einspielergebnis von ca. 400 Millionen Dollar. Ab 450 Millionen wäre man dann sogar in der Gewinnzone. Das liegt daran, dass der Verleih nur einen Teil der Einnahmen erhält. In den USA liegt dieser Anteil bei bis zu 60 Prozent, in China hingegen aber nur bei 25 Prozent. 

Derzeit hält "Tenet" bei einem Einspielergebnis von 207 Millionen Dollar. Diese Summe müsste also noch mindestens verdoppelt werden. Ob das wiederum schaffbar ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Einer ist die weitere Entwicklung der Pandemie, da diese entscheidet, ob überhaupt Leute in die Kinos gehen. Ein anderer ist die Konkurrenz - und hier gibt es gute Nachrichten: In den nächsten Monaten startet noch kein weiterer Blockbuster, "Black Widow" (derzeit geplant für Ende Oktober) soll angeblich noch verschoben werden. Damit wäre der nächste große Film, der "Tenet" Zuschauer abgraben könnte, erst "Keine Zeit zu Sterben" im November. Genügend Zeit, um 200 Millionen Dollar einzuspielen, wäre also durchaus.