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Crystal (Betty Gilpin) wird in "The Hunt" von der Gejagten zur Jägerin.

© Universal Pictures

News
03/04/2020

"The Hunt": Von Trump verdammt, vom Shitstorm erholt

Ein Tweet von Donald Trump hätte den Start von "The Hunt" beinahe verhindert. Nun wirbt der Film damit.

"Der meistdiskutierte Film des Jahres ist einer, den in Wahrheit noch niemand gesehen hat", steht auf den aktuellen Plakaten von "The Hunt" zu lesen. "Entscheidet für euch selbst." Das ursprüngliche Startdatum ist durchgestrichen, im Hintergrund türmen sich vernichtende Kommentare zum ersten Trailer des Horrorthrillers, der im August 2019 für eine Welle der Entrüstung gesorgt hat.


 

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Auslöser des Eklats war weniger der Clip selbst, als Donald Trumps Reaktion auf selbigen. "Das liberale Hollywood ist in höchstem Maße rassistisch", twitterte der US-Präsident. "Der Film der bald herauskommt, wurde gemacht, um zu zündeln und Chaos zu verursachen." Wenige Tage zuvor hatten Texas und Ohio tödliche Schussattentate zu beklagen, "The Hunt" kam da als Sündenbock gerade recht. Der folgende Shitstorm – naturgemäß fernab jeder inhaltlichen Debatte – veranlasste Universal Pictures dazu, den Starttermin (am 27. September 2019) abzusagen.

Zündstoff hätte "The Hunt" aber auch ohne Trumps Einmischung geboten. Der Film vermengt Horror-, Thriller- und Comedy-Elemente zu einer blutigen Satire, die sowohl Amerikas konservative Waffennarren, als auch die liberalen Moralapostel des Landes anvisiert. Zwölf Südstaatler (unter anderem "Glow"-Star Betty Gilpin) erwachen mit Gedächtnisschwund auf der Lichtung eines weitläufigen Wald-und-Wiesen-Areals und werden von sechs Jägern aufs Korn genommen. Der feuchte Traum eines Verschwörungstheoretikers, der sich von bösen Demokraten verfolgt sieht.

Durch den von Trump losgetretenen Skandal erfährt "The Hunt" eine neue Gewichtung als Spielball im von Twitter-Tiraden und Fake-News-Anschuldigungen gebeutelten öffentlichen Diskurs. Regisseur Craig Zobel sieht den Film auch als Paradebeispiel für die Kultur der großen Produktionsfirmen. "Ich denke, wir haben etwas Cooles erschaffen und habe ständig versucht, alle daran zu erinnern, dass die Welt nicht zugrunde geht, weil dieser Film existiert", erklärte er im Gespräch mit "IndieWire". Dass "The Hunt" in Kürze erscheinen darf, ist mehr eine Richtigstellung, als ein Gegenschlag. "Der Film wurde zu etwas, das er niemals war. Diese Art von Dingen wurden zur Wahrheit", so Zobel

"The Hunt" – ab 14. Mai in den österreichischen Kinos.

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