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11/18/2019

Trump sah "Joker" im Weißen Haus und mochte den Film

Mit Hollywood steht der US-Präsident auf dem Kriegsfuß, die nicht unumstrittene DC-Verfilmung "Joker" traf jedoch seinen Geschmack.

Ob er den Film wohl verstanden hat? Donald Trump veranlasste ein Screening von "Joker" im Weißen Haus und fand angeblich Gefallen an der heiß diskutierten Comicverfilmung. "Joker" spielt in einer heruntergewirtschafteten Metropole (New York spielt Batmans Heimatstadt Gotham), die aufgrund des Wohlstandsgefälles, gekürzter Sozialleistungen und der zunehmenden Verrohung ihrer Bürger zum Pulverfass wird. Nur schwer lässt sich das Drama nicht als Gesellschaftskritik lesen, bohrt es doch praktisch mit erhobenem Zeigefinger in den schwärenden Wunden der USA.

Dafür scheint sich der Präsident der Vereinigten Staaten nicht in der Verantwortung zu sehen. Donald Trump mochte "Joker" angeblich. Vielleicht liegt es ja daran, dass der Film selbst unter Beschuss stand, als gewaltverherrlichend und in seiner befürchteten Vorbildwirkung auch als brandgefährlich bezeichnet wurde. Nun kann sich Trump ausnahmsweise auf die Seite der Filmfans schlagen.

Trump hatte Hollywood angekreidet, Konservative unfair zu behandeln. Anders gesagt: Wer einen Zusammenhang zwischen den lockeren US-Waffengesetzen und den tragischen Amokläufen sieht, die das Land regelmäßig erschüttern, hat bei Trump keinen guten Stand. Aus dieser Diskussion hält sich "Joker" allerdings heraus.

Womöglich taugt dem US-Präsidenten ja auch, dass Batmans Erzfeind endlich einmal als (vermeintlicher) Held seines eigenen Films auftreten darf. Kurz nach Trumps erfolgreicher Wahlkampagne war der Politiker schließlich mit dem DC-Bösewicht verglichen worden. Mark Hamill, in mehreren animinierten DC-Formaten als Synchronsprecher des Jokers im Einsatz, hatte Tweets von Trump mit der Stimme des Schurken vorgelesen.

Darüber hinaus besteht natürlich noch die Möglichkeit, dass Trump den neuen "Joker" hauptsächlich für seinen Erfolg an den Kinokassen schätzt. Großartige Einspielergebnisse rangen dem US-Präsidenten schon in der Vergangenheit Lob ab.

"Joker" spielte bei einem Budget von 55 Millionen Dollar schon über eine Milliarde ein – und damit mehr als jeder andere Film ohne Jugendfreigabe. Regisseur Todd Phillips und Hauptdarsteller Joaquin Phoenix denken bereits laut über eine Fortsetzung nach

Ausgerechnet "Hangover"-Regisseur Todd Phillips hat Batmans Parade-Gegenspieler erstmals eine Origin Story spendiert. Der radikalste Comic-Film der jüngeren Vergangenheit findet auf die Frage, wie aus einem psychisch labilen Sonderling ein gemeingefährlicher Superschurke werden konnte, mit einem grandiosen Joaquin Phoenix in der Hauptrolle außerordentlich aufreibende Antworten.