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12/11/2019

Trump wird im Wahlkampf zu Thanos und löscht Demokraten aus

Donald Trump ließ seinen Kopf auf den Körper des "Avengers"-Schurken montieren, der im Kino die Hälfte der Menschheit ermordete. "Wie krank ist das denn?" meint Thanos-Schöpfer Jim Starlin dazu.

Als sich Trump per Photoshop in Rocky Balboa verwandelte, war seine Intention noch halbwegs nachvollziehbar. Der US-Präsident wollte halt als amerikanischer Held posieren und auf Twitter fremde Muskeln spielen lassen. Der neueste Stunt seines Wahlkampfbüros mutet hingegen abwegig und höchst bedenklich an.

In dem ebenfalls via Twitter veröffentlichten Clip wird Trumps Kopf auf die Schultern des Marvel-Bösewichts Thanos gepflanzt. "Ich bin unvermeidbar", tönt die Stimme des Schurken aus den Boxen. Ein fatales Fingerschnippen später zerbröseln einige hochrangige Demokraten (Nancy Pelosi, Jerry Nadler, Adam Schiff) vor laufender Kamera.

Wir erinnern uns: In der Comicverfilmung "Avengers: Infinity War" vernichtete Thanos mit einem einzigen "Snap" die Hälfte aller Lebewesen im Universum, darunter auch über dreieinhalb Milliarden Menschen auf der Erde. Der Wahlkampf-Spot regt aber nicht nur dadurch zum Kopfschütteln an.

Das verwendete Material stammt nämlich nicht aus "Infinity War", sondern dessen Fortsetzung "Avengers: Endgame". In diesem Film werden Thanos' Taten nicht nur rückgängig gemacht, der Schurke wird auch von einer Superhelden-Armada zur Strecke gebracht. Sehen so etwa Trumps Pläne für die Präsidentschafts-Wahlen im November 2020 aus? 

Das Video ernet neben dem Spott vieler Marvel-Fans, aber auch heftige Kritik von Jim Starlin, dem Schöpfer von Thanos. "Zuerst fühlte ich mich missbraucht, weil dieser selbstverliebte Idiot mein Werk benutzt hat, um sein infantiles Ego zu streicheln", erklärte der Comic-Autor und -Illustrator gegenüber dem "Hollywood Reporter", "dann ist mir klargeworden, dass der Anführer meines Landes und der freien Welt es tatsächlich genießt, sich mit einem Massenmörder zu vergleichen. Wie krank ist das denn? Das sind traurige und seltsame Zeiten, die wir durchmachen. Zum Glück gehen alle Dinge, sogar nationale Albträume, irgendwann zu Ende."