Sonic the Hedgehog

USA, 2020

Komödie

Kinodebüt für den Videospiel-Igel, Spielfilmdebüt für den Animationsexperten Jeff Fowler. Der verpasste seinem Titelhelden nach heftigen Fan-Protesten eine Frischzellenkur und schickt ihn nun rundum erneuert ins Gefecht mit Bösewicht Jim Carrey.

Min.100

Start02/13/2020

ab6+

Sonic oder Mario? Rasender Igel mit Anime-Glupschern oder gemächlicher Klempner mit buschigem Schnauzer? In den frühen Neunzigern war das noch eine Grundsatzdiskussion, das Duell zwischen den Videospielherstellern Nintendo und Sega wurde auf den Rücken ihrer Trademark-Helden ausgetragen. Mario hat knapp zehn Jahre mehr auf dem Buckel, schaffte es bereits 1993 auf die große Leinwand (mit Bob Hoskins in der Hauptrolle) und steuerte erheblich zum schlechten Ruf bei, den Videospielverfilmungen bis heute genießen. Knapp drei Jahrzehnte später tritt der sonst so schnelle Sonic in Marios Fußstapfen, drohte allerdings schon beim Warmlaufen zu floppen. Statt Applaus und Euphorie erntete der erste Trailer einen kapitalen Shitstorm. Vor allem Sonics winzige Äuglein sorgten bei den Sega-Fans für Entsetzen. Regisseur Jeff Fowler, bislang hauptsächlich als Tricktechniker im Film-Biz tätig, versprach umgehend Besserung und kündigte einen frisch aus dem CGI gepellten Sonic via Twitter an. Die neue, klassisch gehaltene Version des Hochgeschwindigkeits-Igels eroberte die Herzen der Skeptiker im Sturm. 

Durch ein Ring-Portal reist Sonic vom Planeten Mobius zur Erde, wo er nach seiner Ankunft im Städtchen Green Hill (benannt nach dem ersten Level des ersten Sonic-Games) versehentlich einen massiven Stromausfall verursacht. Auf den gestrandeten Außerirdischen aufmerksam geworden, heftet sich der sinistre Dr. Ivo Robotnik (Jim Carrey mit einer Rotzbremse, die sogar Super Mario erblassen ließe) an Sonics Fersen. Der Hightech-
Tüftler, der seinen Kaffee übrigens am liebsten mit aufgeschäumter Ziegenmilch aus Österreich genießt, will sich die Fähigkeiten des Igels unter den Nagel und damit die Weltherrschaft an sich reißen. Unerwartete Hilfe bekommt der blaue Alien von Tom Wachowski (James Marsden), dem Sheriff von Green Hill. Ihre Flucht vor Robotnik gestaltet sich als launiger Road Trip durchs amerikanische Hinterland, Sightseeing-Hektik inklusive. Flugs werden die beiden zu dicken Freunden und wappnen sich für den großen Showdown mit ihrem Verfolger. 

Zu Team Sonic gehört ganz nebenbei auch ein echtes Hollywood-Schwergewicht. Nachdem ihm ein TV-Spot des Action-Abenteuers Rosen gestreut hatte („Welches Jahr haben wir? Ist The Rock Präsident?“) bekannte sich Dwayne Johnson als waschechter Sega-Fan. In seiner Zeit am College habe er es geliebt, Sonic zu zocken, twitterte der ehemalige Wrestler. Ob er die postwendende Cameo-Einladung von Jeff Fowler angenommen hat, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Ohne Spoiler-Gefahr erwähnen darf man hingegen die prominent besetzte Chef-Etage von "Sonic the Hedgehog". Neal H. Moritz (der Mann hinter den "Fast & Furious"-Filmen) produzierte, "Deadpool"-Regisseur Tim Miller fungierte als ausführender Produzent. Unter ihrer Ägide ist Segas flottester Held nun auch im Kino nur sehr schwer zu stoppen. 

 

Text: Leo Dworschak

Gut zu wissen …
1991 stand das erste Spiel der Sonic-Reihe in den Läden und verlieh dem RUN in „Jump’n Run“ eine ganz neue Bedeutung. Allein auf dem Mega Drive erschienen in den folgenden Jahren zehn Games des temporeichen Sega-Maskottchens; zwischen 1993 und 2014 wurden fünf Zeichentrick-Serien mit dem blauen Igel produziert. Was Nostalgie-Momente betrifft, kann Sonics erster Kinofilm daher aus dem Vollen schöpfen. Schon in den Slogans wird nicht mit Referenzen gespart: „Every hero has a genesis“ spielt auf den Sega Genesis an (der Name des Mega Drive in Nordamerika). „Gotta. Go. Fast.“ geht auf die Serie 
Sonic X (2003 bis 2006) zurück.

  • Schauspieler:James Marsden, Jim Carrey, Tika Sumpter, Neal McDonough, Adam Pally

  • Regie:Jeff Fowler

  • Kamera:Stephen F. Windon

  • Autor:Patrick Casey

  • Musik:Junkie XL

  • Verleih:Constantin Film

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