Österreich: Eine Komödie

Filmarchiv, Wien, 7. Dezember 2018 bis 9. Jänner 2019

Wer 2018 als Letztes lachen will, lacht am besten im Metro Kinokulturhaus: Das Filmarchiv Austria feiert dort in den finalen Wochen des Jahres sowie knapp darüber hinaus die Komödie – und bringt 40 Werke der österreichischen Kino-Geschichte auf die Leinwand.

filmarchiv.at

Nicht von ungefähr kommt es, dass die Komödie als Königsdisziplin des Filmemachens gilt, ist sie doch der unmittelbar akustischen Qualitätskontrolle unterworfen, die sich im Gelächter des Publikums manifestiert. Wenn sich während der Vorstellung gelangweiltes Schweigen im Saal breit macht, läuft es wohl nicht so, wie es soll. Dann ist nur zu hoffen, dass das Lachen zumindest bis in die Kehle vorgedrungen und erst dort stecken geblieben ist – das Gezeigte also zumindest durch schwarzen Humor besticht. Dass entsprechende Impulse ans Zwerchfell auch kulturell geprägt sind, hat zur Folge, dass gerade die österreichische Komödie so ihre Schwierigkeiten damit hat, im Rest der Welt zu reüssieren – der österreichische Schmäh, ein einziger großer Insiderwitz, sozusagen. Allerdings ist auch der hiesige Humor dem Wandel der Zeit unterworfen, ein Abriss der Komödiengeschichte Österreichs gestaltet sich dementsprechend abwechslungsreich: Vom vergnüglichen Schenkelklopfer bis zur schwarzhumorigen Gesellschaftssatire haben Filmemacher das Komische hierzulande mitunter recht unterschiedlich fürs Kino inszeniert.

Den Auftakt der vielseitigen Schau zelebriert das Filmarchiv mit einer Glanzleistung des Filmschaffens, die auch gleich die Eigentümlichkeit des österreichischen Humors vor Augen führt: Harald Sicheritz überspitzte für sein Regie-Debüt Muttertag – Die härtere Komödie Abtrünniges im Alltag einer „ganz normalen“ Wiener Familie zu einem typischen Kabarettfilm, der heute gemeinhin als Kultfilm gilt. In Anwesenheit des Regisseurs sowie von Roland Düringer und Helmut Pirnat wird er am 7. Dezember präsentiert. Weiter geht das Programm mit dem ersten Brenner-Krimi Komm, süßer Tod nach Wolf Haas, dem schmerzhaft schönen Indien (in Anwesenheit von Josef Hader und Paul Harather) sowie der karnevalesken Staatsoperette. Von diversen Darbietungen des grantelnden Hans Mosers (z.B. Das Ekel) über eher ernsthaft Komisches (Der Bockerer) spannt sich der Bogen schließlich bis hin zur Stummfilmzeit. Am 9. Januar bremst sich der Spaß dann zwar abrupt ein – Ende 2019 darf im Zuge des zweiten Teils des Programms aber ausgelassen weitergelacht werden.

Text: Claudia Dlapa