Werkschau Guillermo del Toro

Gartenbaukino, Wien, 9. bis 22. März 2018

Während sein aktuelles Werk Shape of Water noch regulär im Kino läuft, gibt es im Wiener Gartenbaukino eine komplette Retrospektive zu Guillermo del Toros filmischen Welten zu sehen.

gartenbaukino.at

Der Name Guillermo del Toro steht für Kinomagie. Mit jedem neuen Werk versucht der mexikanische Regisseur, sein Publikum zu verzaubern, zu faszinieren und ihm Angst einzujagen. Mit seinem bisherigen Portfolio von zehn Spielfilmen ist ihm das auch meist gelungen, weshalb er vor allem von Fantasy-und Horrorfans aus aller Welt gefeiert wird. Mit Shape of Water scheint del Toro nun auch endgültig in den Köpfen der alteingesessenen Filmpreis-Academys angekommen zu sein, 13 Oscar-Nominierungen und zahlreiche gewonnene Preise sprechen für sich.

Del Toros Filme sind häufig metaphorische Märchen, die die Realität jedoch nie ganz ausblenden und teils sogar direkt in die Geschichte einbinden. Oftmals naiv wirkende Geschichten rund um Monster, Geister oder Ängste werden zu Statements und Botschaften, die sowohl den filmischen Kosmos, als auch unsere wahre Welt beschreiben, entlarven und nicht selten kritisieren. Als deutlichstes Beispiel dient Pans Labyrinth (2006), in dem die verzauberte, märchenhafte Unterwelt der grausamen Realität des spanischen Bürgerkriegs gegenübergestellt wird. Als Bindeglied dient die Protagonistin Ofelia, ein Kind mit naiver Weltsicht, welches aber gerade dadurch die Grenzen der Wahrnehmung überschreiten kann und Erlösung durch die Kraft der Imagination findet. Wer dieses Meisterwerk des Fantasy-Kinos bisher verpasst hat, kann dieses Versäumnis nun sogar auf der großen Leinwand nachholen. Auch alle anderen Werke del Toros laufen an mehreren Terminen bei dieser ersten österreichischen Werkschau des Regisseurs überhaupt.

 

Text: Christoph Waldboth