Los Angeles. Eine Stadt im Film

Filmmuseum, Wien, 5. Oktober bis 5. November 2008

Die Retrospektive der VIENNALE 2008 in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Filmmuseum ist der Filmhauptstadt Los Angeles gewidmet.

Infos & Reservierungen

01 / 533 70 54

www.filmmuseum.at

I Love L. A.

Los Angeles, seit hundert Jahren Zentrum der Film­industrie, die nicht nur das Stadtbild, sondern auch die Ikonografie der Stadt prägte. Bilder, die sich im nassen Asphalt des aussichtslosesten Film Noir (Detour, Double Indemnity, Kiss Me Deadly, Sunset Boulevard) widerspiegeln, sich aber genauso im haarsträubenden Aberwitz des freundlichen Anarcho-Komikers Harold Lloyd sowie bei der Weihnachtsbaum-Zerstörung von Laurel & Hardy finden: Zwischen City of Fear und Slapstick City liegt eben oft nur ein schmaler Grat, Hauptsache, das Motto stimmt – und das ist nun einmal „Big Business“, wenn es auch oft die kleinen Leute sind, die danach streben (wie auch in Quentin Tarantinos ­Jackie Brown).
Einer anderen Seite von Los Angeles widmen sich hinreißende Sammlerstücke wie Cisco Pike mit Kris ­Kristofferson in seiner ersten Hauptrolle als haftentlassener Rock-Star und Gene Hackman als Gegenspieler oder Roger Cormans The Wild ­Angels nach einem Drehbuch von Peter Bogdanovich mit Peter Fonda und Nancy Sinatra. Frühe Kurzfilme von Kenneth Anger bis George Lucas ­sowie die legendäre Chronik der L. A.-Punkrock-Szene The ­Decline of Western Civilization zeichnen das Bild einer Stadt, wie es vielseitiger nicht sein könnte.
Das fiktive L. A. erstreckt sich eben zwischen Thriller und schwulem Underground, Rock ’n’ Roll und Blaxploitation. Eine Stadt der Selbstdarstellung, niemand weiß das besser als Filmemacher und -theoretiker Thom Anderson. Er kuratiert die diesjährige Retrospektive von VIENNALE und Filmmuseum, der Titel seines Essayfilms ist Programm: Los Angeles Plays Itself.

Text: Julia Pühringer