Nikolaus Geyrhalter

Filmarchiv, Wien, 5. bis 21. April 2019

Willkommen im Zeitalter des Anthropozän. Anlässlich des anstehenden Kinostarts seiner neuen Doku Erde am 17. Mai präsentiert das Filmarchiv noch einmal die bedeutendsten Arbeiten des Wiener Regisseurs und Kameramanns Nikolaus Geyrhalter.

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Nikolaus Geyrhalter gilt als einer der großen heimischen Meister der Dokumentarfilmkunst. Still und kommentarlos reiht er Lebenseindrücke aus den entlegensten Weltorten aneinander, widmet sich dabei oft der immensen Macht, mit der der Mensch auf seine Umwelt einwirkt und den natürlichen Lebensraum nachhaltig transformiert. In seinem bereits preisgekrönten Filmdebüt Angeschwemmt (1994) erzählen skurrilste Menschen vom Leben entlang der Donau. So berichtet etwa ein Friedhofswärter von den zahllosen aufgedunsenen Leichen, die er schon aus dem Strom fischen musste. Aber auch buddhistische Mönche und Obdachlose gehören zu den Bewohnern des Donauumlands. In seinem vierstündigen Monumentalwerk Elsewhere (2001) spielt der Alltag verschiedenster Kulturen die Hauptrolle. Glitzerndes Eis, brennender Wüstenboden und dampfender Regenwald: Es ist eine bildgewaltige, weltumspannende Seherfahrung, wenn der Autodidakt komplett konträre Weltbewohner einfängt.

Völlig zu Recht hat die Diagonale Geyrhalter denn auch 2015 als herausragende Persönlichkeit unter den österreichischen Filmschaffenden eine Personale gewidmet. Das Metro Kinokulturhaus präsentiert nun von 5. bis 21. April eine umfangreiche Werkschau dieses großartigen Vermittlers von Natur- und Gesellschaftsspektakeln.

Text: Sarah Riepl