Retrospektive Jerry Lewis

Filmmuseum, Wien, 18. Oktober bis 24. November 2013

Gemeinsam mit dem Filmmuseum zeigt die Viennale heuer eine Jerry-Lewis-Retro. Zu sehen sein werden über 30 Filme, ausgewählte Fernseharbeiten, sowie eine umfangreiche Dokumentation.

Er hat den Witz im Blut: Jerry Lewis, Mitte des letzten Jahrhunderts der große Starkomiker Hollywoods und Funny Sidekick des Rat Pack, ist bis heute lustig. Die Viennale zeigt zahlreiche Highlights aus fünf Jahrzehnten seines Schaffens.

www.viennale.at

Ein Komiker ist selten so einzigartig wie Jerry Lewis - er gehört in dieselbe Klasse wie Laurel und Hardy. Seine Gesichtsakrobatik und die wilden Gesten und die Tatsache, dass das alles wirklich funktioniert und nicht zu sehr im schwachsinnigen Bereich landet, sind ein Meisterstück, das sich nie jemand erarbeiten können wird. Dazu braucht es die "Funny Bones", sozusagen das Witz-Gen, das angeborene Verhalten, welches andere bei seinem Anblick in Gelächter ausbrechen lässt. Jerry (eigentlich Joseph Levitch), 1926 geboren, hatte das einfach - und so kannte ihn von den 1950er bis in die 1970er Jahre die ganze Welt als Witzbold des Rat Pack. Mit Dean Martin hatte er auf der Bühne, dann im Film und schließlich in Farbe und 3D (Der tollkühne Jockey, 1953) seine Karriere begonnen, Sammy Davis Junior und Frankieboy Sinatra kamen später dazu. Jerry schrieb bald auch Drehbücher und produzierte und inszenierte seine Filme selbst, z. B. The Nutty Professor (1963). Und er begann früh, sich wohltätig zu engagieren. 1983 erlitt er nach Abschluss der Dreharbeiten zu Martin Scorseses The King of Comedy einen Herzinfarkt, kehrte knapp aus dem klinischen Tod zurück und zog sich in Folge aus dem Filmgeschäft zurück. Der hochgewachsene, heute 87-Jährige drehte in den späteren Jahrzehnten noch einige Filme mit ausgesuchten Regisseuren - auch diese finden im Viennale-Tribute ihren verdienten Platz.

Text: Klaus Hübner