Viennale 2018

Wien, 25. Oktober bis 8. November 2018

Festival-Premiere für Eva Sangiorgi: Erstmalig präsentiert die neue Viennale-Direktorin heuer ein facettenreiches Programm an Features und Kurzfilmen, angereichert durch Retrospektiven und ausgewählte Specials. Einige der charmantesten Kinos der Stadt putzen sich heraus und öffnen für das umfassende Programm ihre Saaltüren.

Auch dieses Jahr schmücken die Titel namhafter Größen des zeitgenössischen Kinos den Spielplan der Viennale. Auf keinen Fall entgehen lassen sollte man sich die einmalige Gelegenheit, den eigentlich für Netflix produzierten Gewinner der Filmfestspiele von Venedig auf der großen Leinwand zu erleben: Eindringlich, in epischen Schwarz-Weiß-Bildern, erzählt Gravity-Regisseur Alfonso Cuarón in Roma von seiner Kindheit in Mexico City. Auch dessen Oscar-Preisträgerkollege Pawel Pawlikowski (Ida) kleidete sein aktuelles Werk in monochromes Schwarz-Weiß: Das melancholische Meisterwerk Zimna wojna lässt das Publikum an einer unsteten Liebe in Zeiten des Kalten Krieges teilhaben.

Das heimische Publikum hat weiters zum ersten Mal die Chance, das in den USA stark umjubelte Drama First Reformed von Taxi Driver-Drehbuchautor Paul Schrader im Rahmen des Festivals zu sichten. Aufgrund seiner überzeugenden Performance als gebeutelter ehemaliger Militärpriester wird Hauptdarsteller Ethan Hawke bereits als heißer Oscar-Kandidat gehandelt. Fans des oftmals als "Skandal-Regisseur" betitelten Argentiniers Gaspar Noé werden hingegen mit dem Drogen-Orgien-Spektakel Climax ihre helle Freude haben. Mit Under the Silver Lake wird dem Publikum zudem der neueste Streich des US-Regisseurs David Robert Mitchell (It Follows) präsentiert.

Starke Mägen sollten sich zu einer Vorstellung von Luca Guadagninos Neudeutung von Suspiria mit Tilda Swinton und Dakota Johnson in den Kinosaal wagen: Zwar wird auch Hartgesottenen hier einiges abverlangt, doch wer sich traut, den belohnt das Horrorfest der Sinne mit einer mitreißend verstörenden Komposition aus Blut und Bewegung. All jenen, die das Original von 1977 noch nicht gesehen haben, bietet die Viennale zudem die Chance das Versäumnis mit einem Besuch im Stadtkino im Künstlerhaus nachzuholen. Wessen Nerven dann noch immer nicht überstrapaziert sind, der sollte sich auf jeden Fall auch noch Lars von Triers polarisierendes Serienkiller-Kunstwerk The House That Jack Built gönnen.

Erneut würdigt die Viennale Arbeiten von Filmemachern, deren Schaffen von Beginn an Teil des Festivals waren: Debra Graniks Leave No Trace regt zum sozialpolitischen Diskurs an, Îmi este indiferent daca în istorie vom intra ca barbari von Radu Jude führt das Gewicht historischer Erinnerung vor Augen und mit Tarde para morir joven hat die Viennale einen heuer in Locarno prämierten, autobiografisch angehauchten Film der chilenischen Regisseurin Dominga Sotomayors nach Wien geholt.

Auch bisher eher unbekannten Filmemachern bietet das größte Filmfestival Österreichs wieder ein Forum, um ihre ambitionierten Werke einem breiten Publikum vorzustellen. Aufgeschlossenen sei Adina Pintilies visuell mutiges, die Facetten menschlicher Sexualität erforschendes Langfilm-Debüt Touch Me Not ans Herz gelegt, für das die rumänische Regisseurin von der diesjährigen Berlinale-Jury mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde.

Umschmeichelt vom internationalem Flair darf natürlich auch das heimische Kino seine Reize auf den Leinwänden der Festivalkinos entfalten: Neben Angelo, der neuesten Arbeit von Markus Schleinzer, wird das Publikum die Premiere von Sudabeh Mortezais Joy erleben dürfen. Ein engagiertes Werk, in dem sich die österreichische Filmemacherin mit dem Thema Migration auseinandersetzt.

Im Rahmen der diesjährigen Retrospektive The B-Film rückt die Viennale Hollywoods Low-Budget-Kino von 1935 bis 1959 in den Fokus – zum wiederholten Mal entstand die Rückschau in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Filmmuseum.

 

Ticketinfos gibt's auf der Seite der Viennale.

 

Für alle, die das umfassende Angebot ein wenig überfordert: Die SKIP-Redaktion empfiehlt euch diese acht Schätze auf keinen Fall ungesehen vorüberstreifen zu lassen.

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