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Stories
04/16/2020

Auf den Spuren von Claire und Jamie: SKIP am Set von "Outlander" (S5)

Aus Diana Gabaldons Bestseller-Reihe "Outlander" ist längst eine der erfolgreichsten TV-Serien unserer Zeit geworden. Im vergangenen Oktober hatte SKIP die Gelegenheit, im Zuge der Dreharbeiten zur fünften Staffel die wichtigsten Drehorte, das hauseigene Studio sowie Schottland im Allgemeinen ein bisschen besser kennenzulernen.

Von wegen unter dem Schottenrock ist gar nichts! Edinburgh und Glasgow sind nur zwei besonders herausstechende Beispiele dafür, wie das Land der Highlands und Lowlands derzeit boomt. Speziell Edinburgh, die quirlige Hauptstadt der Tweed-Träger und Dudelsackspieler hat sich in den vergangenen fünf Jahren so richtig zum It-Place gemausert. Keinen kleinen Anteil an dieser Entwicklung dürfte die auf den Romanen von Diana Gabaldon basierende TV-Erfolgsserie "Outlander" rund um die Zeitreise-Abenteuer von Claire und ihrem Highlander-Ehemann Jamie haben. Die Drehorte der ersten drei Staffeln liegen bis auf wenige Ausnahmen allesamt nicht weit auseinander: In Edinburgh selbst sind dies Royal Mile, Bakehouse Close und Tweeddale Court, nicht weit außerhalb der Metropole findet man idyllische Set-Spots wie Culross und Falkland sowie die Sehenswürdigkeiten Blackness Castle und Hopetoun House. 

Harry Spotter

Edinburgh selbst strotzt nur so vor Gastfreundlichkeit und Leben. Man erreicht wirklich alles mit dem preisgünstigen Nahverkehrssystem und bekommt unendlich viel zu sehen. Die Stadt ist teilweise wie eine Schichttorte angelegt – das heißt: Man sollte lieber keine Angst vor Treppen haben. Um die extremen Höhenunterschiede des Landschaftsabschnitts möglichst praktisch in die Stadtplanung aufzunehmen, wurden die markant unterschiedlichen Stadtteile durch Stufen miteinander verbunden. Es gibt aber auch jede Menge Häuser, die durch variable Straßenhöhen miteinander verbunden sind. Besonders gut ist das in Old Town zu beobachten, jenem Viertel, das mit seiner pulsierenden Restaurant-, Club- und Pub-Szene die Schotten in Massen auf die Straßen lockt. Besonders an Tagen, an denen Fußballspiele stattfinden, sind die Lokalitäten in der Gegend brechend voll.

Im inzwischen weltberühmten "The Elephant House" schrieb J.K. Rowling ihre ersten "Harry Potter"-Romane, der Ausblick auf das Schloss und die Universität haben sie dem Vernehmen nach zu Hogwarts inspiriert. Aus den beiden "Trainspotting"-Streifen kann man das Grätzl ebenfalls kennen. Die "Avengers: Infinity War"-Produzenten hat es bereits genauso in diesen Stadtteil gezogen wie die Macher des neuesten "Fast & Furious"-Streifens. Wer es noch etwas hipper will, sucht New Town auf und taucht ab in eine komplett andere Welt. Hier tummeln sich die Studenten, man picknickt in einem der schönen Parks oder nimmt den Bus an die Küste, um dort den Sonnenuntergang zu bestaunen.
 

Wie bitte?

Glasgow, die zweitgrößte Stadt des Landes, und genauso wichtig in der Outlander-Produktionskette, ist dagegen eine komplett andere Welt. Von Edinburgh kann die Anreise mit dem Auto auch schon mal zwei Stunden in Anspruch nehmen, weil es auch in Schottland allzu gern zu Staus auf den Motorways kommt. Einmal angekommen, beeindruckt die Hafenstadt mit vielen modernen Gebäuden und einer Fülle von Events. Wer bis zu diesem Moment geglaubt hat, er verstehe Schottisch eigentlich eh ganz gut, wird hier schnell eines Besseren belehrt. Der berühmt-berüchtigte Akzent ist eine nahezu unüberwindbare Hürde, teilweise versteht man kein Wort mehr. Das gilt beruhigenderweise aber auch für den Rest der Schotten, der genauso aufmerksam zuhören müssen, wenn ein echter Glaswegian einmal richtig loslegt.
 

Inside of "The Outlander"

Die Wardpark Film and Television Studios liegen rund 30 Fahrminuten von Glasgow entfernt und sind das Zuhause für alle Outlander-Innenaufnahmen. Mit dem Erfolg der Serie sind auch die Hallen (die früher für Erntemaschinen verwendet wurden) mitgewachsen. Mittlerweile bieten fünf hochtechnisierte Bühnen alles, was es für ein erstklassiges Studio braucht. Unser Set Visit beginnt bereits um sechs Uhr morgens – so kann an einem sonnigen Tag das Licht optimal genutzt werden. In den unterschiedlich großen Hallen sind sämtliche Gebäude für die mittlerweile größtenteils in North Carolina angesiedelte Geschichte nach- bzw. aufgebaut. So etwa das Haus von Jamies Tante Jocasta: Die Set-Designer, Tischler und Maler konnten sich hier so richtig austoben und hinstellen, was ihnen in den Sinn kam, einzig in die Zeit musste es natürlich passen. Die unzähligen Leuchter, Schalen, Haken und Vasen im Inneren des Hauses sehen jedoch bloß teuer aus – sie stammen allesamt aus dem 3D-Drucker. Die Möbel sind mit schimmerndem Satin bezogen, damit die Kameraleute beim Filmen auch etwas zum Schwärmen haben. 

Doctor's House

Eine Halle weiter befindet sich Fraser’s Ridge. Man erklärt uns, dass es das Haus gleich zweimal gibt – einmal drinnen und einmal als exakte Kopie draußen im Grünen. Am auffallendsten an diesem Neubau ist Claires medizinische Stube, direkt neben dem Küchentrakt. Hier haben die Set-Designer ganze Arbeit geleistet, alles sieht so aus, wie man sich ein Behandlungszimmer eines Arztes um 1770 auf dem Land vorstellen muss. Der Raum ist vollgefüllt mit Gläsern und Phiolen, getrockneten Heilpflanzen, Zangen, Scheren und Messern. Direkt daneben, räumlich durch massive Holztüren getrennt, befindet sich die Großküche der Frasers. Hier wird gekocht, gegessen und gefeiert. Dieser Gebäudetrakt ist durch eine Feuermauer, in diesem Fall eine Lücke, vom Haupthaus getrennt. Eine übliche Bauweise, wie uns erklärt wird: Man wolle so verhindern, dass ein Gebäude im Feuer-Ernstfall das andere „ansteckt“.

Schön von Außen

Es ist bereits Nachmittag, als wir per Bus auf das gepachtete Außengelände gebracht werden. Wir müssen unsere Handys ausschalten, man möchte nicht, dass die Grundbesitzer von Fans aus aller Welt besucht werden. Die mitgebrachten Gummistiefel erweisen sich im matschigen Untergrund nun als wahrer Segen. Nach einem Fußmarsch von etwa zehn Minuten erblicken wir es endlich: das „echte“ Fraser’s Ridge. Aus der Ferne dürfen wir dann doch noch ein Foto mit dem Handy machen. Und auf einmal spielt auch das berühmt-berüchtigte schottische Wetter mit, die Sonne scheint ein wenig, man glaubt beinahe, in North Carolina zu sein. Alte Eichenbäume zeigen noch Spuren von langen getrockneten Louisiana-Moosfäden, auch hier hat die Requisite ganze Arbeit geleistet. Und schließlich begreifen wir, warum alles hier in Schottland gedreht wird: Die Liebe zum Detail und die unglaubliche Fantasie, die die Mitarbeiter tagtäglich in ihre Arbeit einfließen lassen, suchen einfach ihresgleichen. Leider ist unser Besuch hier nun aber bereits zu Ende – und er war wirklich viel zu kurz: Diese fast ungezähmte wilde Landschaft übt mit im Zusammenspiel mit der wild zwischen Sonnenschein, Regen und Schnee wechselnden Witterung einfach einen ungewöhnlichen Zauber aus, dem man sich tatsächlich nur ganz schwer entziehen kann. 

North Carolina – mitten in Schottland! Fans dürfte das kleine Häuschen bekannt vorkommen.

Am Ende des Setbesuchs ließ sich sogar noch die Sonne blicken.

Die fünfte Staffel von Outlander läuft derzeit auf RTL Passion, verpasste Folgen können auf TVNow gestreamt werden. Ältere Folgen gibt es bei Netflix. Ihre Free-TV-Premiere wird Season 5 demnächst auf VOX feiern.