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04/24/2020

Der SKIP-Schaubarometer: Die TV-Highlights am Wochenende

Schau an? Schau weg? In Zeiten der Corona-bedingten Kinosperren geben wir euch einen Überblick der aktuellen Highlights und No-gos im deutschsprachigen Fernsehprogramm.

Das Autokino durfte noch immer nicht aufsperren, die Lichtspielhäuser sowieso nicht. Damit ist die einzige Alternative zum Streaming: das lineare Fernsehprogramm. SKIP-Redakteur Nicholas Wemer sagt euch, was ihr euch davon dieses Wochenende (24. bis 26. April) anschauen und was ihr links liegen lassen solltet.

 

Eindeutige Einschaltempfehlungen

Der Spätabend am Samstag (Diverse Sender)

Ja, ist denn plötzlich Weihnachten? Bei Servus TV vielleicht schon, denn dort befreit John McClane im vermutlich lässigsten X-Mas-Movie aller Zeiten den Nakatomi Plaza aus Hans Grubers Fängen ("Stirb Langsam", 22:05). Aber nicht nur deswegen könnte man meinen, dass am Samstag im Anschluss ans Hauptabendprogramm ein kleiner Feiertag stattfindet. Plötzlich stauen sich da die guten Filme, wie sonst nur, wenn es die Geburt, Ermordung oder Auferstehung eines Heilands zu feiern gibt: Sam Mendes "American Beauty“ (22:40, RTL II), der spannende Erotikthriller "Sea of Love“ mit Al Pacino (23:10, 3sat), Scorseses "Gangs of New York" (23:40, ARD) und Alfonso Cuarons "Children of Men" (23:55, ZDF neo) konkurrieren in den späten Abendstunden um die Gunst der Zuschauer.

"Ein riskanter Plan" (Pro Sieben, Samstag um 20:15)

Für welchen der oben genannten Filme ihr euch auch entscheiden mögt: "Ein riskanter Plan" gibt eine gute Vorspeise dazu ab. Im packenden Heist-Movie steht Sam Worthington auf einem Fenstersims, und versucht den Namen seines Vaters durch einen ausgeklügelten Fischzug reinzuwaschen. Clevere Prämisse, knackiger Spannungsbogen und gute Schauspielleistungen – mehr braucht's ja eigentlich nicht. (Pro Sieben, 20:15)

"Das Schloss im Himmel" (Pro 7 maxx, Freitag um 20:15)

Klar, wer ein Netflixkonto hat (oder bei dem eines Freundes mitschnorrt), kann sich die Studio Ghibli-Filme sowieso jederzeit ansehen. Auf wen das nicht zutrifft, der bekommt die Gelegenheit diesen Klassiker aus der legendären Animationsschmiede im Fernsehen zu schauen.

Vielleicht ja doch (noch) mal einen Blick riskieren

Geschmähte Actioner

Irgendjemand muss ja eine Lanze für sie brechen: jene Actionkracher, die zumindest besser sind als ihr Ruf. "Waterworld" beispielsweise ist zwar unleugbar ein abstruser "Mad Max"-Abklatsch. Dafür macht der Film aber dann doch gar nicht so wenig Spaß! Das heißt zwar nicht, dass es sich ausgezahlt hat, dass Kevin Costner für das nasse Machwerk 175 Millionen Dollar und die eigene Karriere verbraten hat. Aber das lässt sich ohnehin nicht mehr rückgängig machen, also kann man sich den Apokalypse-Streifen getrost reinziehen. Zumal ja Forscher erst kürzlich seine Grundprämisse bewiesen haben. (ZDF neo, Samstag um 20:15)

Oder man entscheidet sich für "Jack Reacher" mit Tom Cruise. Ist der Hauptdarsteller gut drei Köpfe kleiner als die Romanfigur, die er spielen soll? Klar. Ist der Film trotzdem ein ziemlich spannender Thriller geworden? Eben. Nicht zuletzt ist das auch Werner Herzogs Kurzauftritt als unheimlicher Bösewicht zu verdanken. (Puls 4, Samstag um 20:15) Am Tag davor zeigt derselbe Sender übrigens die Fortsetzung, wär andersrum vielleicht sinnvoller gewesen.

Ebenfalls am Vortag nimmt uns wiederum Zack Snyder auf einen wilden CGI-Ritt durch Vanessa Hudgens' Verstand mit. Nichts an "Sucker Punch" ist subtil oder subversiv, aber diese Anforderungen stellen wir hier einmal nicht. (Pro Sieben, Freitag um 22:45)

Besser gar nicht erst reinschauen

"Eine Krone gegen Corona – Das Kaiser-Spezial" (ORF 1, Freitag um 20:15)

Man muss kein Quotentiger sein, um zu wissen, dass Robert Palfraders Kaiser immer noch ein Garant für respektable Zuschauerzahlen ist. Anders lässt sich zumindest nicht erklären, dass der ORF nach wie vor Folgen der Sendung produziert. Was anno 2007 als erfrischende Satire startete – köstlich etwa, wie Palfrader lange vor Ibiza den damaligen FPÖ-Chef HC Strache vorführte – lief sich irgendwann tot. Folgerichtig stellte man das Format also 2010 ein. Statt seiner Hoheit den verdienten Ruhestand zu gönnen, wurden in den folgenden 10 (!) Jahren aber weiterhin Spezialfolgen ausgestrahlt – die einst spannende Kunstfigur wurde zum feiertäglichen Winkemännchen.

Die heurigen Faschings-Episoden hätten aber dann doch die letzten Audienzen sein sollen, hieß es. Weil jetzt aber eine Ausnahmesituation ist, wurde diese vernünftige Entscheidung anscheinend gleich wieder revidiert. Also bekommen wir ein zweiteiliges Corona-Spezial zu sehen, wenn wir wollen. Aber warum würden wir das?