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Stories
01/21/2020

Der SKIP-Schaubarometer: ORF bringt Freud und Leid (21. & 22. März)

Schau an? Schau weg? In der kinofreien Zeit geben wir euch einen Überblick der aktuellen Highlights und No-gos im deutschsprachigen Fernsehprogramm.

Im Volksmund gibt es eine treffliche Beschreibung für ebenjenes Wetter, das für dieses Wochenende angesagt ist: „Oasch“. Das bedeutet aber immerhin, dass wir unser Verhalten im Vergleich zur Prä-Corona-Ära gar nicht großartig ändern müssen. Während regnerischen Samstagen und frostigen Sonntagen daheim vor dem Fernseher versumpern – darin haben wir doch Übung! Unser Redakteur sagt euch, was er dabei schauen würde:

 

Eindeutige Einschaltempfehlungen

Sigmund Freud? Oder Johnny Cash?

Wem es während dieser Woche nicht gelungen ist, bei den ersten fünf Folgen des superben Psychoanalytiker-Krimis "Freud" einzuschalten, der sollte diese noch geschwind in der TVthek nachholen. Am Sonntag geht die Serie mit ihren letzten drei Episoden nämlich bereits ins Finale. Natürlich könnte man einfach noch ein paar Tage warten – dann landet die erste Koproduktion zwischen Netflix und dem ORF ja eh auch im Programm des Streaming-Platzhirsches. Kollektiv mit dem ganzen Land mitzuerleben, wie die Serie ausgeht, hat aber was! (ORF 1, Sonntag ab 20:15)

Das Alternativprogramm zur selben Sendezeit läuft übrigens bei Arte. Das gelungene Johnny Cash-Biopic "Walk the Line" brachte Reese Witherspoon einen Oscar und Joaquin Phoenix immerhin einen Golden Globe ein. Der mag zwar mittlerweile neben seinem nagelneuen Oscar für "Joker" ein bisschen verblassen, der Film hat in den anderthalb Jahrzehnten seit seinem Erscheinen aber nichts von seiner Strahlkraft eingebüßt! (Arte, Sonntag ab 20:15)

 

Vielleicht ja doch (noch) mal einen Blick riskieren

Action als zweite Wahl, küssbare Gastronomiefacharbeiter und eine Verabschiedung

Wer dachte, dass "The Masked Singer" schon dem Namen nach das ideale Format für die Corona-Phase sein müsste, hat sich leider geirrt. Nachdem schon die erste Folge ohne Publikum aufgenommen werden musste, hat Puls 4 die originelle Musik-Show bereits ausgesetzt und wartet auf bessere Zeiten. Hoffentlich kommen die bald, die Sendung hätte ja eigentlich einen Fix-Platz bei den eindeutigen Einschaltempfehlungen gehabt! Als Ersatzprogramm gibt es den ersten "John Wick". Gut, macht eh auch beim zweiten oder dritten Mal noch Spaß. (Puls 4, Samstag ab 20:15)

Die Restaurantbetreiber und Köche des Landes machen derzeit eine schwere Phase durch. Dass eine solche auch wieder vorübergehen kann zeigt die naive, aber auch beherzte Food-Comedy "Kiss the Cook", die Jon Favreau zwischen seinen hochbudgetierten Iron Man-Abenteuern und seinen Disney-Realverfilmungen gedreht hat. (zdf_neo, Samstag ab 20:15)

Und in der 200. Folge von "Klingendes Österreich" verabschiedet sich Sepp Forcher in die Pension. An dieser Stelle ein Geständnis: Ich weiß weder, wer Sepp Forcher ist, noch was einen in dieser (Volksmusik?)-Sendung erwartet. Aber es dürfte wohl die letzte Chance sein, beides herauszufinden! (ORF, Samstag ab 20:15) Oder man folge stattdessen einfach mal der Empfehlung des Kollegen: Angeblich soll die neueste Stephen King-Adaption "The Outsider" nämlich echt was können. (Sky, auf Abruf)

 

Besser gar nicht erst reinschauen

"Tschiller: Off Duty" (ORF 1, Samstag ab 20:15 Uhr)

Unbedingt wollte Til Schweiger in einer überlangen "Tatort"-Folge auf der großen Kinoleinwand rumballern. Blöd nur, dass das kaum wer sehen wollte. Nachdem Christian Alverts "Tschiller: Off Duty" schon am Box Office gehörig floppte, konnte sogar am sonntäglichen Stamm-Sendeplatz im TV keine ordentliche Quote zusammengebracht werden. Warum der ORF dem glücklosen Action-Machwerk ausgerechnet diesen Samstag im Hauptabend noch eine dritte Chance geben will, bleibt zwar schleierhaft – all jene, die besonders neugierig oder masochistisch veranlagt sind, haben aber damit nun eine neue Gelegenheit. Allen anderen sei geraten: Finger weg! Dann doch lieber nochmal "96 Hours – Taken 2". Beileibe ebenfalls kein Meisterwerk, ist Liam Neeson mit Puffn in der Hand und Handy am Ohr immerhin authentischer als Til Schweiger, der beim Versuch in dessen Fußstapfen zu treten, gehörig stolpert. (VOX, Samstag, 20:15 Uhr)

Reizlose Reality-TV-Formate (ATV, Samstag und Sonntag ab 20:15)

Klar, nichts versüßt einem einen einsamen Fernsehabend so sehr, wie ein gelungener Sozial-Porno. Während der Coronakrise gewinnt Reality-TV aber leider nicht wirklich an Reiz. Zum Beispiel: Wenn immer mehr Baustellen des Landes wegen der Pandemie stillgelegt werden müssen, verliert Pfusch am Bau als gesellschaftliches Problem an Relevanz – und damit natürlich auch die gleichnamige Sendung auf ATV. Und auch das "Wachzimmer Ottakring" am Tag davor büßt an Realitätsanspruch ein. In der neuen Folge gehen die Kiewerer unserer Herzen nämlich auf die Jagd nach illegalen Welpenhändlern. Eh süß, aber im echten Leben sind sie bestimmt grad im Einsatz, um in Parkanlagen widerrechtliche Picknicks aufzulösen, oder?