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Stories
10/05/2019

Die 11 unheimlichsten Kinder der Horror-Filmgeschichte

The Kids Aren't Alright: Wir präsentieren euch die schaurigsten Sprösslinge, gruseligsten Gören und niederträchtigsten Nachkömmlinge, die jemals auf der Leinwand zu sehen waren.

Die Kinder aus "Das Dorf der Verdammten" (Village of the Damned, 1960)

Ihr emotionaler Output mag sich zwar in Grenzen halten, empfindlich sind die mit Schwarmintelligenz und platinblonder Haartracht ausgestatteten Frühreiflinge aus Das Dorf der Verdammten aber allemal. Das bringt das Gedankenlesen wohl so mit sich. Am selben Tag von menschlichen Müttern geboren, bleibt ihre Herkunft trotzdem ungewiss, geht sie doch auf eine kollektive Bewusstlosigkeit im ohnehin schon verschlafenen britischen Dörfchen Midwich zurück. Da ihr hypnotischer Blick so manch vermeintlichen Angriff auf ihr Fortbestehen mit der telepathischen Anweisung zum Selbstmord bestraft, heißt es für die dort ansässigen Bewohner: "Beware the stare!"

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Regan aus "Der Exorzist" (The Exorcist, 1973)

Der damals 13(!)-jährigen Linda Blair wurde wegen ihrer unheimlichen Performance als zielspeibende Dämonenbesessene mit dem 360-Grad-Kopf-Backspin nachgesagt, sie würde selbst an psychischen Problemen leiden. Um zu beweisen, dass sie selbst nicht komplett meschugge geworden ist, schickte Warner sie auf einen regelrechten PR-Marathon. Zwar wurde Blair unter anderem für einen Oscar und einen Golden Globe nominiert, an ein normales Teenager-Dasein war danach allerdings nicht mehr zu denken.

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Rhoda Penmark aus "Böse Saat" (The Bad Seed, 1956)

Die Schauspielerin Patty McCormack sorgte 1956 mit ihrer Darstellung der Rhoda Penmark in "The Bad Seed" für entgeistertes Entsetzen. Zwar waren der gleichnamige Bestseller und das dazugehörige Theaterstück mit denselben Hauptdarstellern bereits zwei Jahre zuvor erschienen, auf Film gebannt hatte man ein derart durchtriebenes Gör aber noch nie erlebt. Somit gilt die wohlerzogene Achtjährige mit dem Drang zum Drangsalieren quasi als Urgroßmutter aller psychotischen Filmkids – vielen Dank auch! McCormack wird übrigens auch im von Rob Lowe inszenierten Remake als Psychiaterin mit von der Partie sein, während McKenna Grace ("I, Tonya") die Rolle der Rhoda übernehmen soll.

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Die Grady-Zwillinge aus "Shining" (The Shining, 1980)

Aber sie wollen doch nur spielen: Der kleine, weirde, mit hoher Wahrscheinlichkeit besessene Danny Torrence würde in jedem anderen Horrorfilm mit einigem Abstand das Highlight in punkto Furchteinflößung sein. Nicht so in Stanley Kubricks ewigem Schauder-Meisterwerk, in dem der eifrige Durch-die-Hotelflure-Radler dieser zwei stark geisterhaften Freizeitgefährtinnen am anderen Ende des Ganges ansichtig wird – und in Folge noch ein gutes Stück unrunder rennt als ohnehin schon. Ja, sie werden dich bis in deine Träume verfolgen, lil Danny. Uns allerdings auch. Forever and ever and ever.

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Samara Morgan aus "Ring" (The Ring, 2002)

Wenn der Schrecken aus der Glotze kriecht, hilft Augen zuhalten auch nicht viel. Jahre nachdem ihre Adoptivmutter sie wegen ihrer übernatürlichen Kräften erfolglos ersticken wollte, um sie darauf im Brunnen zu versenken, sucht Samara Morgan ihre arglosen Opfer mittels einem postmortem kreierten VHS-Tape heim. Regie von Geisterhand sozusagen. Zumindest gönnt das wortkarge Wasserleichen-Gör den Betrachtern ihres verstörenden Arthouse-Streifens sieben Tage Galgenfrist, über die sie sie per knapp gehaltenem Anruf informiert. Im Westen sorgte das von "Fluch der Karibik"-Regisseur Gore Verbinski inszenierte Remake der japanischen Literaturverfilmung "Ringu" nicht nur für eine wahre J-Horror-Manie, sondern auch für gesunde Skepsis gegenüber unbeschrifteten Videokassetten.

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Samuel aus "Der Babadook" (The Babadook, 2014)

Er schreit und quengelt, er drangsaliert und quält seine alleinerziehende Mutter, so gut es nur geht – und doch ist Halbwaise Samuel aus dem vielschichtig unter die Haut gehenden Regiedebüt der Australierin Jennifer Kent weit mehr als ein unausstehliches Gfrast und/oder personifizierte Panikattacke – er hat bloß die Präsenz eines durch die Worte aus einem zufällig aufgetauchten Kinderbuch heraufbeschworenen Grauens zu intensiv verinnerlicht und ist darob eben etwas ärger aus der Fassung geraten. Weil er halt auch allzu gut ahnt: "If it‘s in a word, or in a look, you can‘t get rid of the Babadook!"

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Gage aus "Friedhof der Kuscheltiere" (Pet Sematary, 1989)

"I don't want to be buried in a pet sematary. I don't want to live my life again": Ob der kleine Gage ähnlich denkt wie Joey Ramone singt, bevor er in der Stephen-King-Verfilmung "Friedhof der Kuscheltiere" vom LKW überrollt wird, wissen wir nicht. Ungefragt wird er nach dem tragischen Unfall von seinem Vater nämlich auf einer mythischen Indianer-Begräbnisstätte verscharrt und mischt sich wenig später leicht ramponiert, aber sonst recht agil wieder unter die (noch) Lebenden. Irgendwie scheint der Knirps allerdings nicht besonders happy über die Tatsache, dass man ihn unsanft aus dem ewigen Mittagsschlaf gerissen hat … entsprechend kurz währt dann auch die Freude der Eltern über die unverhoffte Reunion.

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Henry aus "Das zweite Gesicht" (The Good Son, 1993)

Als Balg mit akuter Eifersuchts-Psychose macht Kinderstar Macaulay Culkin im Thriller "Das zweite Gesicht" seinem gutmütigen Cousin (Elijah Wood) mit üblen Drohungen und Lügengeschichten das Leben schwer und schreckt letztlich nicht einmal davor zurück, seine eigene Mutter die Klippe runterzustoßen, um ihre Liebe nicht teilen zu müssen. Eineinhalb Stunden nährt der Satansbraten im Zuschauer den dringlichen Wunsch, jemand möge dem Gör endlich eine Lektion erteilen – bittererweise übernimmt die Aufgabe in einem effektvollen Showdown schließlich die total demoralisierte Mutter.

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Damian Thorn aus "Das Omen" (The Omen, 1976)

Man muss wohl dem Schoß eines von Satan besamten Schakals entsprungen sein, um milde belächeln zu können, dass die Nanny mit einem Strick um den Hals aus dem Fenster hängt – doch Damians düstere Abstammung ist seinen Zieheltern zunächst gar nicht bewusst. Allerdings häufen sich Hinweise: Etwa als ein gemeinsamer Kirchenbesuch ansteht und die Teufelsbrut beim Anblick des Gotteshauses die Todesangst packt. Oder umgekehrt eine Herde Paviane die Krise kriegt, als sich Damian im Zoo ihrem Käfig nähert. Nach mehreren Prophezeiungen mit tödlichem Ausgang und dem ultimativen Muttermal-Check (666) ist klar: Im scheinbar braven Söhnlein steckt tatsächlich der Antichrist …

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Carol Anne Freeling aus "Poltergeist" (Poltergeist, 1982)

Gänsehaut kann man auch ganz ohne böswillige Absichten erzeugen. Als jüngstes Mitglied der mustergültigen Kleinstadt-Familie Freeling verkörpert der fünfjährige Blondschopf Carol Anne eigentlich die Unschuld in Person. Gerade ihrer kindlichen Unbefangenheit verdankt der Spukklassiker "Poltergeist" aber ein paar seiner schaurigsten Momente. Etwa, wenn sie sich zu Beginn des Films verstohlen lächelnd mit einem rauschenden Fernsehbildschirm unterhält, oder den endgültigen Einzug der bösen Mächte ins vormals idyllische Heim mit einem unbekümmert in die Länge gezogenen "Sie sind hiiiieeer" kommentiert. Nicht zuletzt sorgen später natürlich auch ihre unheimlichen Hilferufe aus dem Jenseits für reichlich Unbehagen.

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